TSV 2000 - HT München

Auswärts nichts zu holen

Mit 30:19 (16:10) verloren die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Auswärtsspiel bei HT München. Wieder einmal zeigten sich die Tauberstädter dabei völlig indisponiert. Sowohl der Angriff als auch die Deckung verdiente nicht das Prädikat „bayernligareif“.

In München nahm das Unglück für die Szücs-Truppe schon früh seinen Lauf. Als es nach gut vier Spielminuten bereits 4:0 für die Gastgeber stand, saßen einige Akteure der Gäste wohl gedanklich noch im Bus. Bezeichnenderweise erzielte Emil Kottmeir, den man als erfolgreichen Torschützen der letzten Wochen eigentlich besonderer Bewachung unterziehen wollte, drei der ersten vier Münchener Tore. Trainer Csaba Szücs war früh gezwungen seine Auszeit zu nehmen, Erfolg zeigte diese Maßnahme aber nicht, über 6:1 und 7:2 bauten die Hausherren ihre Führung schon nach 15 Minuten auf acht Tore (11:3) aus. Anders als die Spieler der Spielgemeinschaft aus Unterhaching und Taufkirchen, bei denen man ab der ersten Minute den unbedingten Siegeswillen spüren konnte, agierten die Tauberstädter blutleer und ideenlos. Die Deckungsreihe bekam keinen Zugriff auf die Münchener Angreifer und in der Offensive ließen sich die Rothenburger vom harten Einsteigen der Hausherren den Schneid abkaufen. Bis zur Pause konnten die Gäste somit auch nicht mehr entscheidend verkürzen und es wurden beim Stand von 16:10 für HT München die Seiten gewechselt.

Nach dem Seitenwechsel stand die Rothenburger Deckung dann kurzzeitig etwas sattelfester und nach der roten Karte gegen den bis dahin erfolgreichsten Münchener Torschützen Emil Kottmeir (34. Minute), keimte bei den Gästen ein zartes Pflänzlein der Hoffnung auf, die Wende vielleicht doch noch herbeiführen zu können. Diese Hoffnung schwand dann aber wieder sehr schnell, die Tauberstädter ließen im Angriff selbst beste Einschussmöglichkeiten aus und in der Deckung gestattete man den Hausherren wieder einfache Tore. In der 48. Spielminute lautete der Spielstand dadurch 23:14 für München und die Messe war für die Szücs-Truppe wieder einmal früh gelesen. Auch in der restlichen Spielzeit hielten die Gastgeber die Rothenburger ohne große Anstrengung auf Distanz, so dass beim Schlusspfiff der beiden guten Schiedsrichter David Homa und Oliver Mehl (MTV Stadeln) mit 30:19 die nächste Niederlage der Tauberstädter feststand.

Mit Leistungen wie in München werden die Rothenburger den drohenden Abstieg nicht verhindern können. Unfreiwilligen Anschauungsunterricht, wie man sich im Abstiegskampf präsentiert, erhielten die Szücs-Schützlinge von den Gastgebern von HT München: Spielerische Defizite machten die Münchener durch unbedingten Siegeswillen und kompromisslose Deckungsarbeit wett. Dass es die Tauberstädter nicht schaffen, diese grundlegenden Dinge abzurufen, stimmt im Kampf um den Klassenerhalt sehr nachdenklich. „Für mich ist es unverständlich, wie man sich im Abstiegskampf derart präsentieren kann und warum die Mannschaft selbst einfachste Anweisungen des Trainers nicht umsetzt. So werden wir den Klassenerhalt nicht schaffen“ zeigte sich Rothenburgs Abteilungsleiter Norbert Fink nach dem Spiel sehr enttäuscht.

Rothenburg: Pawlak (1.-44.), Amann (44-55.), Sand 55.-60.) (Tor); Schemm (1), Kulas, Gluhak (1), Ehrlinger, Schmidt, Kister (1), Skaramuca (6/3), Winheim (1), Jasarevic (4/1), Stojanov (3), Krauter (2)

München: Braun, Kunstwadl (Tor); Behm (4), Wöss (4), Epp, Hermann (5), Dauhrer (2), Kottmeir (5), Newel, Lötterle (1), Heinle (8/4), Holst, Kropp (1)

Spielverlauf: 4:0, 6:1, 11:3, 15:7, 16:10 (HZ); 18:12, 20:13, 23:14, 24:17, 28:18, 30:19

Siebenmeter: Rothenburg 4 (Skaramuca trifft 3, Jasarevic trifft 1)

München 5 (Heinle trifft 4, verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 7 (Gluhak und Jasarevic je 2; Kulas, Ehrlinger und Kister je 1)

München 7 (Dauhrer 2; Wöss, Hermann, Lötterle, Heinle, und Holst je 1)

Disqualifikation gegen Kottmeir (HT München)

Schiedsrichter: David Homa und Oliver Mehl (MTV Stadeln)

Zuschauer: ca. 250