Pflichtaufgabe ohne Probleme bewältigt

Ohne Probleme kamen die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg zum vierten Auswärtssieg der Saison. Mit dem 25:18 (15:9) beim bereits als Absteiger feststehenden Schlusslicht HSG Würm-Mitte wahrten die Tauberstädter ihre Möglichkeiten auf den Klassenerhalt, müssen aber weiter auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Der zum Saisonende scheidende Trainer Csaba Szücs hatte seit langem mal wieder einen vollzähligen Kader zur Verfügung. Zwar fehlten David Winheim, Luca Sand und Max Pfaffelhuber, aber Patrick Wurst und Nikola Stojanov konnten nach monatelanger Verletzungspause wieder eingesetzt werden und aus der zweiten Mannschaft rückte Torhüter Paul Vorlaufer nach. In der Partie beim Tabellenletzten taten sich die Rothenburger dann nur in den ersten fünf Spielminuten etwas schwer. Danach setzten sie sich von 3:3 auf 11:4 ab und es wurde schon früh deutlich, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Gegen die harmlosen Gastgeber stand die Abwehr sicher und wenn dann doch einmal ein Ball auf das Rothenburger Gehäuse kam, wurde es häufig sichere Beute von Torhüter Bartek Pawlak. Im Angriff war wieder einmal Ivan Skaramuca erfolgreichster Werfer, fünf der ersten elf Treffer gingen auf sein Konto. Nach der deutlichen Führung schalteten die Gäste dann kurzfristig in den Schongang, was den Hausherren vier Tore in Folge ermöglichte (8:11, 22. Minute), bis zum Pausenpfiff der guten Bayreuther Schiedsrichter Yannick Berghammer und Stefan Kalina erhöhten Ivan Skaramuca (2), Tim Ehrlinger und Thomas Krauter bei einem Gegentreffer der Gastgeber dann wieder auf 15:9.

Auch nach der Halbzeitpause hielten die Gäste von der Tauber die Konzentration weiter hoch und bauten durch Tore von Nedim Jasarevic (3) und Thomas Krauter (2) den Vorsprung auf zehn Tore aus (10:20, 39.). Diese Zehntore-Führung hatte auch zehn Minuten später, beim Stand von 24:14 noch Bestand. Die HSG konnte zwischenzeitlich zwar verkürzen (14:21), nach drei Toren von Ivan Skaramuca, Andreas Kulas und Nikola Stojanov war der alte Abstand dann wieder hergestellt. In den letzten zehn Spielminuten ließen es die Tauberstädter angesichts des deutlichen Vorsprungs dann eher gemächlich angehen und im Tor kam Nachwuchstorhüter Paul Vorlaufer, der gegen Bad Neustadt bereits bei einem Siebenmeter Bayernligaluft schnuppern durfte, zu seinen ersten „richtigen“ zehn Bayernligaspielminuten. Da seine Vorderleute auch in der Abwehr nun nicht mehr mit der letzten Konsequenz zu Werke gingen, bekam Vorlaufer auch die Gelegenheit, zu einigen guten Paraden. Beim Stand von 18:25 war die Partie dann beendet und die Punkte 18 und 19 waren von den Rothenburgern eingefahren.

Vor dem letzten Spieltag haben die Szücs-Schützlinge nun nur noch einen Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Diesen belegt derzeit der TSV Haunstetten, der etwas überraschend das Nachbarschaftsderby gegen den favorisierten TSV Friedberg gewinnen konnte. Der TSV Lohr, Gegner der Rothenburger im Saisonfinale, hat sich durch den Sieg gegen die ebenfalls noch nicht gerettete TG Landshut nahezu aller Abstiegssorgen entledigt. Nur falls der HSC Bad Neustadt über die Relegation nicht in die Dritte Liga aufsteigen sollte und es dadurch eventuell zu fünf Absteigern aus der Bayernliga käme, wären die Lohrer aktuell noch nicht gerettet. Am Maifeiertag bestreiten HT München und die TG Landshut noch ein Nachholspiel. Gewinnt Landshut, wäre Lohr gerettet und die Partie in Rothenburg für Lohr bedeutungslos. Um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, müssen die Tauberstädter die Partie gegen Lohr auf jeden Fall gewinnen. Mit dann 21 Punkten auf dem Habenkonto hätten sie die gleiche Ausbeute, die die TG Landshut bereits jetzt erreicht hat. Verliert Landshut beide noch ausstehenden Spiele, wären die Rothenburger aufgrund des besseren direkten Vergleichs in der Endabrechnung vor den Niederbayern. Auch gegen den TSV Haunstetten sind die Rothenburger im direkten Vergleich besser, im letzten Spiel gegen die DJK Rimpar II darf Haunstetten aber nicht über ein Unentschieden hinauskommen. Verliert HT München sowohl gegen Landshut, als auch im letzten Saisonspiel gegen den Eichenauer SV, wären die Tauberstädter auch noch an den Münchenern vorbeigezogen. Wie schon im letzten Jahr also wieder einmal viele Eventualitäten und Unwägbarkeiten für die Rothenburger. Hinzu kommt noch eine eventuelle Abstiegsrelegation in der Dritten Liga, über die sich die zweite Mannschaft des HSC 2000 Coburg vielleicht noch retten kann. Es kann also erneut sein, dass die Tauberstädter am Saisonende noch nicht wissen, in welcher Liga sie in der nächsten Saison an den Start gehen werden.

Rothenburg: Pawlak (1.-50.), Vorlaufer (50.-60.), Amann (bei zwei Siebenmetern) (Tor); Schemm (1), Wurst, Kulas (1), Gluhak, Ehrlinger (2), Schmidt (1), Kister (2), Skaramuca (8/5), Jasarevic (5), Stojanov (1), Krauter (4)

Würm-Mitte: Kussmaul, Wunderlich (Tor); Brunner (1), Zwermann, Johann, Kreusch (1), Pickel, (1), Filbry (2), Selg, Simnacher (3), Hechenberger (4/1), Mbodji (4), Waterloo (2), Tinz

Spielverlauf: 1:0, 3:3, 4:11, 8:11, 8:14, 9:15 (HZ); 10:20, 13:21, 14:24, 17:24, 18:25

Siebenmeter: Rothenburg 6 (Skaramuca trifft 5, verwirft 1)

Würm-Mitte 3 (Hechenberger trifft 1; Zwermann und Simnacher verwerfen je 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Gluhak, Ehrlinger und Schmidt je 1)

Würm-Mitte 3 (Brunner, Filbry und Mbodji je 1)

Schiedsrichter: Yannick Berghammer und Stefan Kalina (HaSpo Bayreuth)

Zuschauer: 45