In der Abwehr völlig von der Rolle

Mit 28:32 (12:14) verlor die ERSTE am Sonntagnachmittag ihr Heimspiel gegen den HC Erlangen III. Gegen das zuvor punktlose Schlusslicht war eine indiskutable Abwehrleistung die Ursache für die letztlich verdiente Niederlage.

Das Spiel begann wie so viele andere Spiele auch: Nach einigem Abtasten in den ersten Minuten, drehten Nedim Jasarevic, Thomas Krauter und Phillip Schemm einen 2:3-Rückstand in eine 5:3-Führung (8. Minute). Die Mehrzahl der Zuschauer in der nur spärlich gefüllten Mehrzweckhalle dachte nun wohl, dass sich der Bayernligaabsteiger jetzt auf die offensive Deckung der Gäste eingestellt hatte und gegen den Tabellenletzten und letztjährigen Meister der Bezirksoberliga Ostbayern davonziehen würde. Doch weit gefehlt, den Gästen gelangen nun ihrerseits drei Tore in Folge, wodurch sie wieder in Führung gingen (5:6, 11.). Bereits jetzt offenbarte die Deckungsreihe eklatante Lücken, was dazu führte, dass die Gäste auf den Ausgleich der ERSTEN immer wieder mit der eigenen Führung antworten konnten. Fünf Minuten vor Ende der ersten Hälfte gelang Nedim Jasarevic der Ausgleich zum 11:11, bis zur Pause traf dann für die ERSTE nur noch Maxi Schmidt, bei den Gästen war nur noch Patrik Längst erfolgreich. Dies aber ganze drei Mal, so dass Stand von 12:14 die Seiten gewechselt wurden.

Auch direkt nach Wiederanpfiff war Längst für Erlangen erfolgreich und die Gäste führten erstmals mit drei Toren. Nach fünf Minuten konnte die ERSTE den Anschlusstreffer zum 16:17 erzielen., die aufkeimende Hoffnung erstarb dann aber wieder sehr schnell, elf Minuten später führten die Gäste sogar mit vier Toren (19:23, 46.). Nach wie vor ging so gut wie jeder 1:1-Zweikampf verloren und im Angriff nahm man sich nun immer häufiger Würfe ohne echte Chance auf den Torerfolg. Die Gäste spielten weiter konsequent ihr Pensum herunter, was ausreichte, um nicht mehr in Bedrängnis zu geraten. Näher als auf drei Tore kam die ERSTE nicht mehr heran und zu allem Überfluss sah Niko Stojanov in der 56. Minute beim Stand von 25:30 auch noch die rote Karte. In den restlichen Minuten traf David Winheim noch drei Mal, da aber auch Erlangen noch zwei Treffer erzielen konnte, ging das Spiel mit dem ernüchternden Ergebnis von 28:32 zu Ende.

Nach der schwachen Angriffsleistung im Auswärtsspiel bei der HSG Fichtelgebirge, lieferte die ERSTE nun eine mehr als nur fragwürdige Abwehrleistung ab. Ein Gegner, der wahrlich keine Wunderdinge zelebrierte, stellte die Deckungsreihe zu häufig vor unlösbare Probleme. Insbesondere, dass Basics wie die 1:1-Abwehr zur Wurfhand oder das Blocken auf der Wurfhand anscheinend Fremdwörter sind, stimmt sehr nachdenklich. Mit Blick auf die nächsten drei Spiele, wenn die ERSTE in Mainburg, in Cham und zu Hause gegen die wie Cham noch verlustpunktfreie HSG Lauf/Heroldsberg antreten muss, kann einem schon angst und bange werden. Die Jungs müssen schleunigst aufwachen, ansonsten kann es ganz schnell in Tabellenregionen führen, mit denen wir wahrlich nichts zu tun haben wollen.

Rothenburg: Sand (1.-46.), Baumann (46.-60.) (Tor); Schemm (3), Kulas (2), Gluhak, T.Ehrlinger (1), Schmidt (2), Koppler, Winheim (6/1), Jasarevic (8/3), Stojanov (2), Krauter (4)

Erlangen III: Rein, Winicki (Tor); Jonas (3), Görlitz (1), Samel (2), Sauter (8), Längst (9/1), Kühle (2), Loreck, Wegmann (1), Werzinger (1), Birner (5/2)

Spielverlauf: 1:0, 2:3, 5:3, 8:8, 11:11, 12:14 (HZ); 12:15, 16:17, 17:20, 19:23, 23:28, 25:30, 28:32

Siebenmeter:
Rothenburg 4 (Jasarevic trifft 3, Winheim trifft 1)
Erlangen 3 (Birner trifft 2, Längst trifft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 4 (Schmidt und Jasarevic je 2), Disqualifikation Stojanov
Erlangen 6 (Sauter 2; Längst, Kühle, Wegmann und Werzinger je 1)

Schiedsrichter: Rick Ehrenpfordt und Manuel Haas (TV Gundelfingen)

Zuschauer: 200