Verhängnisvolle Abschlussschwäche

Mit 27:31 (13:16) verloren die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen die HSG Lauf/Heroldsberg. Insbesondere die eklatante Abschlussschwäche verhinderte den dringend benötigten Heimsieg.

Mit nahezu komplettem Kader gingen die Tauberstädter, nachdem sich David Winheim am freitäglichen Abschlusstraining fit gemeldet hatte, in die Partie gegen die HSG aus dem Nürnberger Land. Lediglich Gabriel Gluhak musste passen, für ihn rückte Christian Keller aus der A-Jugend nach. Anders als in den letzten Wochen kamen die Schützlinge des Rothenburger Trainers Bernd Becker gut in die Partie und führten schnell mit 3:1. Als dann Arnold Kiss auch noch einen Siebenmeter-Strafwurf parieren konnte, war eigentlich der Grundstein gelegt, den Vorsprung weiter auszubauen. Nun aber bekamen die Hausherren plötzlich das große Zittern in der Wurfhand. Immer wieder scheiterten die Rothenburger Angreifer völlig frei an Max von Borstel im Gästetor. So kam es, dass die Gäste den Rückstand in eine Führung (4:5, 12. Minute) umwandeln konnten. Diesem Rückstand liefen die Becker-Schützlinge in den Folgeminuten hinterher, erst fünf Minuten vor der Halbzeitpause konnten sie wieder in Führung gehen, Nikola Stojanov traf zum 12:11. Sicherheit verlieh ihnen diese Führung aber nicht, im Gegenteil bis zur Pause drehten die Gäste den Spielstand auf 13:16. Zu Beginn des zweiten Durchgangs sah es dann so aus, als sollten die Tauberstädter ihr Visier besser eingestellt haben, Anton Ehrlinger, Phillip Schemm und David Winheim glichen in den ersten fünf Spielminuten zum 16:16 aus. Der Führungstreffer wollte den Hausherren aber nicht gelingen, die Gäste blieben unbeeindruckt und eroberten sich die Führung wieder zurück, die sie dann sogar noch ausbauen konnten (18:21, 42. Minute). Da war sie dann auch wieder, die Abschlussschwäche aus Hälfte eins. Erneut schafften es die Rothenburger nicht, selbst klarste Torchancen zu verwandeln. Da die Gäste auch einige Male an Torhüter Arnold Kiss scheiterten, blieben die Hausherren bis zur 51. Minute noch einigermaßen in Schlagdistanz, David Winheim konnte auf 24:26 verkürzen. Dann aber zog die HSG mit einem vorentscheidenden 5:0-Lauf auf 24:31 davon. Bis zum Spielende betrieben Phillip Schemm (2) und Nikola Stojanov dann noch etwas Ergebniskosmetik, als das Schlusssignal ertönte, stand mit 27:31 die nächste Niederlage der Tauberstädter fest.

„Mit über 20 teilweise kläglich vergebenen Torchancen kann man in der Landesliga kein Spiel gewinnen“ zeigte sich Abteilungsleiter Norbert Fink nach dem Spiel enttäuscht. „Die A-Jugendlichen nehme ich aus meiner Kritik komplett aus, die machen ihre Sache sehr gut, aber wie sich einige unserer erfahrenen Spieler präsentieren, kann ich nicht verstehen“ so Fink weiter. Am kommenden Wochenende gastieren die Tauberstädter beim Aufsteiger SV Michelfeld. Sollte dort auch kein Sieg gelingen, wird es ungemütlich für den Bayernligaabsteiger.

Rothenburg: Kiss (1.-60.), Sand (bei einem Siebenmeter) (Tor); Schemm (8), Wurst (n.e.), Kulas, T. Ehrlinger, Schmidt (1), Koppler (1), A. Ehrlinger (1), Winheim (6/2), Jasarevic (2/1), Stojanov (8), Krauter, Keller

Lauf/Heroldsberg: von Borstel, Götz (Tor); Schnipperig, Schießl, Schöffel (3), Kister, Meier (3), Laugner (5), Kemper (5), Zahn, Räbel (1), Scheuerer (13/6), Reisinger (1)

Spielverlauf: 1:0, 3:1, 3:3, 7:7, 9:11, 12:12, 13:16 (HZ); 16:16, 18:18, 19:23, 24:26, 24:31, 27:31

Siebenmeter:
Rothenburg 4 (Winheim trifft 2; Jasarevic trifft und verwirft je 1)
Lauf/Heroldsberg 7 (Scheuerer trifft 6, verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 3 (T. Ehrlinger, Schmidt und Stojanov je 1)
Lauf/Heroldsberg 7 (Meier und Zahn je 2; Kister, Laugner und Kemper je 1)

Schiedsrichter: Carsten Hehn und Jan Tauchert (MTV Stadeln)

Zuschauer: 200