Totalzusammenbruch kostet die Punkte

Die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg erlebten im Kampf um den Klassenerhalt im bayerischen Handballoberhaus einen erneuten Rückschlag. Dem VfL Günzburg mussten sich die Tauberstädter am Samstagabend mit 22:33 (13:14) geschlagen geben. Dabei deutete nach guter erster Hälfte nichts darauf hin, dass die Szücs-Truppe nach der Pause komplett in sich zerfallen würde.

Die Partie begann ausgeglichen, mal führten die Hausherren, mal die Gäste. Auch Zweitore-Führungen (3:5, 8:6, 9:7) wurden immer wieder ausgeglichen. Die Rothenburger zeigten dabei eine starke Defensivleistung und im Angriff wurden die sich bietenden Chancen zumeist verwandelt. Nach der 9:7-Führung herrschte dann aber für acht Minuten Flaute im Rothenburger Angriff. In dieser Phase drehten die Gäste aus dem bayerischen Schwaben den Rückstand in eine 11:7-Führung (25. Minute). Bis zur Schlussminute des ersten Durchgangs schafften die Rothenburger dann wieder den Ausgleich zum 13:13, kurz vor der Pausensirene erzielte der Günzburger Manuel Scholz den 13:14-Pausenstand. Die Hausherren waren gut im Spiel, etwas mehr Abschlussglück und ein paar zweifelhafte Entscheidungen der Schiedsrichterinnen Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SV Garitz) zu ihren Gunsten, hätten leicht auch eine Führung zur Halbzeit bringen können. Was dann in der Pause passiert ist, bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Szücs-Schützlinge. Mit Beginn der zweiten Spielhälfte war die gute Leistung von Durchgang eins plötzlich wie weggeblasen. Die Defensive ließ die Günzburger Angreifer plötzlich nach Belieben Tore erzielen und im Angriff war der Schwung der ersten 30 Spielminuten völlig verflogen. Statt die Günzburger Abwehrreihe mit viel Bewegung und variablem Passspiel zum Laufen zu zwingen, versuchten es die Hausherren nun fast ausschließlich mit Einzelaktionen und machten es der schwäbischen Deckungsreihe und deren guten Torhüter Patrick Bieber damit sehr einfach. Günzburg baute den Vorsprung zunächst auf fünf (17:22, 40. Minute) und dann sogar auf zehn Tore (18:28, 50. Minute) aus. Dabei nahmen die Gäste auch mehrere haarsträubende Abspielfehler der Tauberstädter dankend an und verwerteten die Ballgewinne zu leichten Toren. Da sich auch in der verbleibenden Spielzeit keine Besserung mehr einstellte, mussten die Rothenburger die nächste, auch in der Höhe völlig verdiente Heimniederlage einstecken. Beim Stand von 22:33 wurden sie vom Schlusssignal erlöst.

Inkonstanz ist derzeit die einzige Konstante im Spiel der Rothenburger. Guten Leistungen folgen immer wieder extrem schlechte, die sie auf dem Weg zum Klassenerhalt nicht weiterbringen. „Mir ist es ein Rätsel, wie man nach der Pause so einbrechen kann. Wenn man schon eine Halbzeit gut im Spiel ist, kann die Drucksituation im Abstiegskampf nicht mehr als Grund herhalten“ zeigt sich Abteilungsleiter Fink enttäuscht von seiner Mannschaft. „Günzburg war über die gesamte Spieldauer das bessere Team, körperlich fitter und mit der besseren Spielanlage ausgestattet. Beides ist aber kein Grund, so in sich zusammenzufallen, wie das unsere Mannschaft heute getan hat“ so Fink weiter. Aufgrund der Ergebnisse der direkten Konkurrenten ist der Klassenerhalt zwar immer noch möglich, mit Leistungen wie der vom Wochenende wird er aber nicht gelingen.

Rothenburg: Pawlak (1.-27. und 40.-53.), Sand (27.-40. und 53.-60.) (Tor); Schemm (1), Kulas (1), Gluhak, Ehrlinger (3), Schmidt (2), Kister (8/1), Skaramuca (2), Winheim, Jasarevic (3), Krauter (2)

Günzburg: Bieber, Rösch (Tor); Knittl (4/3), M. Jahn (1), S. Jahn (1), Buck (1), Bandlow (5), Hermann (1), Groß (2), Jensen (5), Lehr (2), Jäger (7), Scholz (4)