Den Sieg verschenkt

Ein 25:25 (14:12) Unentschieden erreichten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg beim Heimspiel gegen den TSV Friedberg. Die Tauberstädter brachten sich dabei durch zwei unnötige Fehler in der Schlussminute um den bereits sicher geglaubten Sieg. Dies wiegt umso schwerer, da die Konkurrenten aus Lohr und Landshut ihre Spiele gewannen.

75 Sekunden waren in der Rothenburger Mehrzweckhalle noch zu spielen, die Hausherren führten mit 25:23 und der derzeit beste Bayernligatorschütze, Fabian Abstreiter, trat für den TSV Friedberg zum Siebenmeter an. Nachdem er zuvor bereits viermal erfolgreich war, scheiterte Abstreiter nun am starken Bartek Pawlak im Rothenburger Gehäuse und nicht wenige der 300 Zuschauer dachten, dass die Tauberstädter nach dem Überraschungssieg gegen Waldbüttelbrunn im letzten Heimspiel auch gegen das Spitzenteam aus Friedberg einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf erreichen würden. Doch leider kam es anders. Im nächsten Angriff suchten die Rothenburger viel zu schnell den Abschluss und Thomas Krauter scheiterte von Rechtsaußen. Im Gegenzug gab es dann erneut einen Siebenmeter-Strafwurf, den Abstreiter zum 25:24 verwandeln konnte. Gästetrainer Fadil Kqiku beorderte daraufhin seine Mannen zur Mittellinie um die Hausherren beim Anwurf direkt unter Druck zu setzen. Die Restspielzeit betrug noch 16 Sekunden und es geschah das, was aus Rothenburger Sicht nicht hätte passieren dürfen. Das Spielgerät landete nach dem Anwurf direkt in den Händen eines Friedbergers, dieser spielte weiter zu Luca Kaulitz, der zum Entsetzen der Rothenburger Spieler, Verantwortlichen und Fans fünf Sekunden von Spielende zum 25:25 traf.

Zuvor zeigten die ersatzgeschwächten Szücs-Schützlinge insbesondere in der Abwehr eine sehr engagierte Leistung. Anders als beim blutleeren Auftritt vor Wochenfrist in München war zu spüren, dass sich die Rothenburger im Abstiegskampf noch nicht aufgegeben haben. Auch die Tatsache, dass die Gäste aus Schwaben in der ersten Hälfte teilweise mit zwei Toren in Führung lagen verunsicherte die Tauberstädter dieses Mal nicht. Nach dem 10:11-Rückstand (21. Minute) gelangen ihnen durch Thomas Krauter, Gabriel Gluhak, der den erkrankten Phillip Schemm gut vertrat und den stark aufspielenden David Winheim (2) vier Tore in Folge zur 14:11-Führung. Christian Loris traf dann vor dem Seitenwechsel noch zum 14:12-Pausenstand.

Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte gehörten dann wieder den Gästen aus Friedberg, die den 14:12-Rückstand in eine 17:15-Führung verwandeln konnten. Wie schon in Durchgang eins konnten die Hausherren aber wieder zurückkommen, drei Tore von Tim Ehrlinger, Nedim Jasarevic und Gabriel Gluhak führten zur 18:17-Führung der Tauberstädter (46.). In der Folgezeit gingen die Rothenburger immer wieder teilweise mit zwei Toren in Führung, so richtig absetzen konnten sie sich aber nicht. So kam es zur eingangs beschriebenen Situation, 75 Sekunden vor Spielende und dem aus Sicht der Rothenburger bitteren Spielausgang.

Es hätte ein weiterer Bigpoint für die Szücs-Schützlinge sein können, im Hinblick auf die Situation im Abstiegskampf sogar sein müssen. Um eine reelle Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, müssen die Tauberstädter Spiele gewinnen und das auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner. Zu viele Punkte wurden gegen direkte Konkurrenten abgegeben. Auch die eklatante Auswärtsschwäche müssen die Rothenburger abstellen, sonst führt der Weg, zwei Jahre nach dem Wiederaufstieg, wohl wieder zurück in die Landesliga.

Rothenburg: Pawlak (1.-60.), Amann (bei einem Siebenmeter), Sand (Tor); Kulas, Gluhak (2), Ehrlinger (3), Kister (5/2), Skaramuca (6/1), Winheim (3), Letterer, Jasarevic (4), Krauter (2), Bijelic

Friedberg: von Petersdorff, Dorsch (Tor); Okyere (1), Thiel, Loris (1), Kaulitz (2), Wiesner, Müller, Riesenberger (3), Tischinger (4), Dittiger (2), Abstreiter (10/5), Schneider (1), Prechtl (1),

Spielverlauf: 1:0, 1:3, 5:5, 6:8, 9:9, 11:11, 14:12 (HZ); 15:17, 18:17, 20:18, 22:20, 25:23, 25:25

Siebenmeter: Rothenburg 5 (Kister trifft 2, Skaramuca trifft 1, verwirft 2)

Friedberg 6 (Abstreiter trifft 5, verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Ehrlinger, Kister, Skaramuca und Winheim je 1)

Friedberg 7 (Wiesner und Riesenberg je 2, Müller, Tischinger und Prechtl je 1)

Schiedsrichter: David Homa und Oliver Mehl (MTV Stadeln)

Zuschauer: 300