Wichtiger Pflichtsieg

Mit 31:30 (15:12) gewannen die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Auswärtsspiel beim Eichenauer SV. Mit dem Sieg bei den bereits als Absteiger feststehenden Oberbayern haben die Tauberstädter ihre Pflicht, sich im Abstiegskampf keine Niederlage mehr zu erlauben, erfüllt. Handballfeinkost boten sie dabei allerdings nicht.

Elf gesunde Spieler konnte Rothenburgs Trainer Csaba Szücs in Eichenau gerade einmal aufbieten, nachdem sich Bartek Pawlak und David Winheim zusätzlich zu den Langzeitverletzten Patrick Wurst, Max Pfaffelhuber und Nikola Stojanov verletzt abmelden mussten. In der Partie war dann schnell zu erkennen, dass sich beide Mannschaften wohl nicht wehtun wollten. Beide Deckungsreihen beschränkten sich auf das Begleiten des Gegners, ernsthafte Abwehrarbeit wurde von niemandem verrichtet. So entwickelte sich bis zur 25. Spielminute, beim Spielstand von 12:12, ein Spiel mit wechselnden Führungen. Mal führten die Hausherren und die Gäste glichen aus, mal zeigte sich das umgekehrte Spiel. So oft, wie Andreas Amann im Tor der Tauberstädter von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde, konnte er einem schon leidtun. Da im Angriff aber nahezu jeder Schuss ein Treffer war, stand es noch unentschieden. In den letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs gelang den Hausherren dann kein Treffer mehr und die Gäste gingen durch Tore von Gabriel Gluhak, Tim Ehrlinger und Nedim Jasarevic mit 15:12 in Führung. Von dieser Dreitore-Führung zehrten die Rothenburger dann in der Anfangsphase der zweiten Spielhälfte, nach zehn Minuten war diese dann aber auf nur noch ein Tor zusammengeschmolzen (20:19). Ausgleichen konnteEichenau zunächst aber nicht, im Gegenteil, acht Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt (25:22, 48.). Der Ausgleich gelang den Hausherren dann aber in den folgenden fünf Minuten, in denen für die Tauberstädter nur ihr bester Torschütze des Abends, Nedim Jasarevic, einmal traf (26:26, 53.). Nun musste ernsthaft befürchtet werden, dass sich die Gäste mit ihrer schlampigen Abwehrarbeit eine fatale Auswärtsniederlage einhandeln würden. Zwei Minuten später sorgten aber, beim Stand von 27:27, Nedim Jasarevic und Gabriel Gluhak mit zwei Toren innerhalb einer Minute für die erneute Führung mit zwei Toren Differenz (27:29). Dies sollte letztlich die Vorentscheidung sein, denn der Ausgleich gelang Eichenau nicht mehr. Endgültig den Sack zu machte dann Andreas Kister, der 13 Sekunden vor Spielende den Treffer zum 31:29 erzielen konnte. Das letzte Tor der Partie zum 30:31 aus Eichenauer Sicht war dann nur noch Ergebniskosmetik.

Gut, dass im Handball keine Schönheitspreise vergeben werden, denn schön anzuschauen war die Partie, die zu keiner Zeit Bayernliganiveau hatte, nicht. Unter dem Strich zählen nur die beiden Punkte auf der Habenseite, die bei den teilweise überraschenden Ergebnissen der Konkurrenz, überlebenswichtig im Kampf um den Klassenerhalt waren. Am nächsten Samstag erwarten die Tauberstädter nun den schon als Meister feststehenden HSC Bad Neustadt in der heimischen Mehrzweckhalle. Auch wenn der Klassenprimus bisher erst einen Punkt abgegeben hat, sollten die Rothenburger nichts unversucht lassen, Bad Neustadt die erste Saisonniederlage beizubringen. Das wären dann echte Bonuspunkte im Saisonfinale!

Rothenburg: Amann (1.-40. und 53.-60.), Sand (40.-53.) (Tor); Schemm, Kulas, Gluhak (4), Ehrlinger (6), Schmidt (1), Skaramuca (6/1), Jasarevic (8/2), Krauter, Kister (6)

Eichenau: Trapp, Staudt (Tor); Udovicic (4), C. Riemschneider (8/2), Winkler (1), Steinherr (3), Lutz, Zerbes, Lieb (4), Ortmeier (2), Bauer (4), M. Riemschneider (3), Devic (1)

Spielverlauf: 0:1, 4:4, 7:6, 10:10, 12:12, 12:15 (HZ); 16:19, 19:20, 21:24, 27:27, 27:29, 30:31

Siebenmeter: Rothenburg 5 (Jasarevic trifft 2, verwirft 1; Skaramuca trifft 1, verwirft 1)

Eichenau 2 (C. Riemschneider trifft beide)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Ehrlinger, Jasarevic und Kister je 1)

Eichenau 2 (Zerbes und Dejic je 1)

Schiedsrichter: Rainer Böhme undFrank Sand (Waltenhofen/Lauingen)

Zuschauer: 50