Starke Halbzeit reicht nicht

Mit 27:16 (11:12) verloren die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihre Auswärtspartie beim Tabellenführer ASV Cham. Die Becker-Schützlinge konnten dabei dem Klassenprimus nur eine Halbzeit Paroli bieten und kamen nach der Pause noch deutlich unter die Räder.

Der Ausfall der beiden besten Torschützen, Nikola Stojanov und David Winheim, sowie von Gabriel Gluhak, zwang Trainer Bernd Becker zum Improvisieren. Neben den ohnehin schon im Kader stehenden A-Jugendlichen Anton Ehrlinger und Paul Koppler war erneut Christian Keller dabei, zusätzlich rückten Fabian Ebner und Marius Opaczek aus der zweiten Mannschaft nach. Auf die Abwehrschwäche der letzten Wochen reagierte Becker mit einer Systemumstellung, die gewohnte, 6:0-Formation stellte er in eine defensive 5:1 mit Phillip Schemm auf der vorgezogenen Position um. Mit dieser Umstellung hatten die Gastgeber nicht gerechnet, wodurch sie in der ersten Spielhälfte auch größere Probleme hatten. Dies führte dazu, dass die Tauberstädter in der 17. Spielminute mit 7:4 in Führung lagen, Torschütze war Tim Ehrlinger. Immer wieder scheiterten die Chamer mit ihren Wurfversuchen an Arnold Kiss im Rothenburger Gehäuse, oder verfehlten dessen Tor gleich ganz. Den Dreitore-Vorsprung behielten die Rothenburger dadurch bis zu 29. Spielminute, Phillip Schemm traf zum 11:8 aus Sicht der Gäste. In der Schlussminute des ersten Durchgangs verspielten sie diesen dann aber noch, durch einen Siebenmeter-Strafwurf und ein Kontertor nach einem technischen Fehler verkürzten Samuel Orlovsky und Lukas Steif für Cham auf 10:11.

Nach der Pause präsentierten sich die Tauberstädter dann mit einem komplett anderen Gesicht. Die Ruhe und Abgeklärtheit im Angriffsspiel, die sie in der ersten Halbzeit noch ausgezeichnet hatten, waren wie weggeblasen. Plötzlich wurde überhastet abgeschlossen und auch die Quote der technischen Fehler ging steil nach oben. Dadurch konnten die Hausherren ihr gefürchtetes Konterspiel, das die Rothenburger vor der Pause fast komplett verhindern konnten, aufziehen und Tor um Tor davonziehen. Bis zur 45. Spielminute hatten die Oberpfälzer aus dem knappen Pausenrückstand einen komfortablen 18:13-Vorsprung gemacht. In der Schlussviertelstunde, in der Trainer Becker dann auch kräftig durchwechselte, hatten die Gäste den Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen. Der Tabellenführer aus Cham erhöhte den Vorsprung kontinuierlich und kam so zu einem deutlichen Heimsieg, nach dem es zur Pause nicht ausgesehen hatte. Beim Stand von 27:16 beendeten die beiden guten Schiedsrichter, Carsten Hehn und Jan Tauchert (MTV Stadeln), die Partie.

„Mit unserem heutigen Kader wäre ein Sieg eine echte Überraschung gewesen. Die ersten 30 Minuten zeigten dann aber, dass diese absolut im Bereich des Möglichen lag. Mit komplettem Kader wäre es vielleicht anders ausgegangen“ äußerte sich Trainer Becker nach Spielende. Nun heißt es Mund abwischen und nach vorne schauen, in den kommenden Spielen sind die Tauberstädter zum Siegen verdammt. Durch die vierte Niederlage in Folge sind die Rothenburger mittlerweile nämlich auf einem Abstiegsplatz gelandet.

Rothenburg: Kiss (1.-49.), Sand (49.-60.) (Tor); Schemm (4), Wurst, Kulas, Keller, Tim Ehrlinger (4), Schmidt (2), Koppler, Anton Ehrlinger (2), Opaczek, Jasarevic (2/1), Krauter (2), Ebner

Cham: Schindler, Bistrian (Tor); Graßl, Klima, Maier (3), Eiselt, Mandaus (3), Orlovsky (4/1),Wittmann (3), Soukup (5), Steif (7), Kagermeier (2)

Spielverlauf: 1:0, 3:3, 4:7, 7:9, 8:11, 10:11 (HZ); 11:11, 14:12, 18:13, 21:14, 23:16, 27:16

Siebenmeter:
Rothenburg 2 (Jasarevic trifft und verwirft je 1)
Cham 2 (Orlovsky trifft 1, Steif verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 4 (Wurst 2, Schemm und Jasarevic je 1)
Cham 1 (Orlovsky)

Schiedsrichter: Carsten Hehn und Jan Tauchert (MTV Stadeln)

Zuschauer: 200