Rückfall in alte Verhaltensmuster

Die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg haben ihr Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft des TV Erlangen-Bruck mit 30:29 (18:16) verloren. Die notorische Abwehrschwäche und eine zehnminütige Torflaute waren die Hauptursachen für die sechste Saisonniederlage der Tauberstädter.

Dachte man im Rothenburger Lager nach zuletzt zwei Siegen, die Becker-Schützlinge hätten sich aus dem Tief der vorangegangen Niederlagenserie befreit, so wurde man beim Auswärtsauftritt der Becker-Schützlinge in Erlangen eines Besseren belehrt. Die Rothenburger, bei denen nach wie vor Gabriel Gluhak nicht mitwirken kann, kamen eigentlich gut in die Partei. Tim Ehrlinger und der erneut überragende David Winheim erzielten gegen die sehr offensiv agierende Abwehr der Hausherren zwei schnelle Tore zur 2:0-Führung. Nach dem Anschlusstreffer der Brucker scheiterte dann aber Nedim Jasarevic vom Siebenmeter-Punkt und statt einer Zweitoreführung für Rothenburg stand es nach dem im Gegenzug vom Brucker Patrick Frey erzielten Treffer 2:2 unentschieden. In der Folgezeit legten die Gäste immer einen Treffer vor, worauf Bruck jeweils mit dem Ausgleich antwortete. Auf die Abwehrarbeit legten beide Mannschaften keinen gesteigerten Wert und die Torhüter standen ohne Unterstützung ihrer Vorderleute häufig auf verlorenem Posten. So stand es in der 16. Spielminute schon 10:10 und es deutete sich an, dass das fröhliche Scheibenschießen so weitergehen würde. Von einer auf die andere Minute hatten dann aber die Gäste von der Tauber ehebliche Ladehemmung. Sechs Minuten lang blieben sie ohne Torerfolg und da die Hausherren zusätzlich von einigen technischen Fehlern der Becker-Truppe profitierten, lagen sie plötzlich und unerwartet mit 16:10 in Führung. Bis zur Pause fingen sich die Tauberstädter dann wieder und der Rückstand betrug beim 18:16-Halbzeitstand nur noch zwei Tore.

Aber auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte standen die Gäste wieder neben sich, was zur Folge hatte, dass Bruck den Vorsprung schnell wieder auf vier Tore ausbauen konnte (20:16, 32. Minute). Dass Rothenburg bis zur 39. Minute wieder bis auf ein Tor verkürzen konnte (22:21) lag insbesondere an David Winheim, der in dieser Phase viermal erfolgreich war. Trainer Becker beorderte nun auch wieder Arnold Kiss ins Tor, der zwischenzeitlich für Luca Sand Platz gemacht hatte. Dass die Tauberstädter in der Folgezeit in Schlagdistanz blieben, war insbesondere auch das Verdienst des ungarischen Keepers, der mehrere hundertprozentige Torchancen der Brucker vereiteln konnte. Den erstmaligen Ausgleich schafften die Gäste in der 48. Minute, als Nikola Stojanov zum 25:25 traf. Der Führungstreffer wollte den Becker-Schützlingen aber nicht gelingen, Bruck legte jeweils vor und die Gäste glichen aus. So stand es dann auch 20 Sekunden vor Spielende unentschieden (29:29), als die guten Schiedsrichter Daniel Langner und Bernd Liebsch (Weitramsdorf/Hammelburg) berechtigt auf Siebenmeter für die Gastgeber entschieden. Jendrik Großhauser, bester Brucker Torschütze, ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte seinen vierten Strafwurf zum 30:29. Im Gegenzug hatten die Gäste dann nur noch die Möglichkeit mit einem direkten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit zum Erfolg zu kommen. Der Wurf von Nikola Stojanov wurde aber vom Brucker Torhüter Ferdinand Mayer pariert und die nächste Niederlage der Tauberstädter war Realität geworden.

„Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Mannschaft die Anweisungen des Trainers nicht umsetzt. Die ganze Woche wird Abwehrarbeit trainiert, vor dem Spiel und in der Pause werden genau die Punkte angesprochen, auf die es zu achten gilt und auf dem Spielfeld merkt man davon dann nichts“ war Abteilungsleiter Norbert Fink nach Spielende bedient. „Trotz aller Fehler erzielen wir 29 Tore, die müssen zum Auswärtssieg reichen“ so Fink weiter. Aufgrund des Pokalwochenendes sind die Rothenburger nun erstmal spielfrei, Zeit die Niederlage aufzuarbeiten die Köpfe frei zu bekommen. Aus den bis Weihnachten noch anstehenden drei Spielen sollten die Tauberstädter mindestens zwei Siege holen. Ansonsten steht ein ungemütliches Weihnachtsfest vor der Tür.

Rothenburg: Kiss (1.-18. und 38.-60.), Sand (18.-38.) (Tor); Schemm (1), Wurst (3), Kulas (1), Tim Ehrlinger (2), Schmidt (1), Koppler, Anton Ehrlinger, Winheim (13/8), Jasarevic (1), Stojanov (7), Krauter

Bruck: Mayer, Wagner (Tor), Ochs, Will (4), Resimius (1), Schalk, Wackersreuther (1), Ripper (2), Frey (3), Roßmeißl (5), Paduch, Knerr (2), Schmautz, Großhauser (12/4)

Spielverlauf: 0:2, 2:2, 6:6, 10:10, 16:10, 18:16 (HZ); 20:16, 21:18, 23:22, 25:25, 29:29, 30:29

Siebenmeter:
Rothenburg 10 (Winheim trifft 8, verwirft 1; Jasarevic verwirft 1)
Bruck 4 (Großhauser trifft alle)

Zeitstrafen:
Rothenburg 3 (Wurst 2, Jasarevic 1)
Bruck 5 (Resimius 2, Wackersreuther, Frey und Knerr je 1)

Schiedsrichter: Daniel Langner und Bernd Liebsch (Weitramsdorf/Hammelburg)

Zuschauer: 50