Ohne Abwehr chancenlos

Mit einer deutlichen 36:30 (16:16) Niederlage im Gepäck kehrten die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg von ihrem Auswärtsspiel beim TSV Roßtal zurück. Insbesondere in der Deckung präsentierten sich die Tauberstädter dabei völlig von der Rolle.

Die Rothenburger kamen gut in die Partie und legten in den ersten Spielminuten immer einen Treffer vor, auf den die Gastgeber mit dem Ausgleich antworteten. Dann zeigten sich aber schnell die Mängel in der Abwehrarbeit der Becker-Schützlinge, dass die Hausherren nicht schon früh unerreichbar enteilen konnten verhinderte einzig Luca Sand im Tor der Tauberstädter, der eine ganze Reihe von 100-prozentigen Torchancen vereiteln konnte. Da nun auch im Angriff einige Angriffe überhastet abgeschlossen wurden, konnte sich Roßtal auf 11:7 absetzen (18. Minute). Weitere Großtaten von Sand und eine bessere Chancenverwertung der Gäste führten dann aber dazu, dass die Gäste vier Minuten später sogar wieder in Führung gehen konnten (12:11). Sicherheit brachte aber auch die Führung nicht in die Aktionen der Rothenburger, zwei Minuten vor Ende der ersten Hälfte lagen die Gastgeber wieder mit zwei Toren in Front (16:14). Nach zwei Toren von Nedim Jasarevic und Anton Ehrlinger ging es beim Stand von 16:16 in die Halbzeitpause.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs profitierte Roßtal von den großen Lücken in der Rothenburger Abwehrreihe und ging schnell wieder mit vier Toren in Führung (21:17, 38. Minute.). Da sich die Tauberstädter nun auch im Angriff zu viele Fehler leisteten, konnten sie den Rückstand nicht entscheidend verkürzen, die Führung der Hausherren schwankte stets zwischen zwei und vier Toren. Acht Minuten vor Spielende gingen die Roßtaler dann erstmals mit fünf Toren in Führung und spätestens jetzt war klar, dass die Gäste mit einer deutlichen Niederlage das Parkett verlassen würden. Sie wehrten sich auch in den Schlussminuten nicht gegen die drohende Niederlage und es blieb dem besten Roßtaler Torschützen, Sebastian Schuh, vorbehalten, mit dem Treffer zum 36:30 den Schlusspunkt unter die Partie zu setzen.

Keine Einstellung, kein Engagement, keine Gegenwehr – so lässt sich die Leistung der Rothenburger mit wenigen Worten zusammenfassen. Einzig aufgrund der überragenden Torhüterleistung von Luca Sand erlebten die Tauberstädter in Roßtal kein noch größeres Debakel und die Niederlage muss sogar noch als schmeichelhaft bezeichnet werden. „Für die heutige Abwehrleistung fehlen mir die Worte. Mindestens die Hälfte der Roßtaler Tore resultierte aus Spielzügen und Situationen, die bekannt waren und die die ganze Woche trainiert wurden. Aber selbst die klarsten Anweisungen wurden nicht umgesetzt“ war der Rothenburger Abteilungsleiter Norbert Fink nach der Partie gefrustet. „Auch dass wir uns ohne Gegenwehr in unser Schicksal ergeben haben, ärgert mich maßlos!“ so Fink weiter.

Ein Spiel steht in diesem Jahr noch für die Becker-Truppe auf dem Programm, mit der Partie gegen den SV Michelfeld beendet sie am kommenden Samstag das Handballjahr 2019. Bei einer weiteren Niederlage wäre der Bayernligaabsteiger erneut im Abstiegskampf angekommen.

Rothenburg: Sand (1.-38. und 48.-60.), Kiss (38.-48.) (Tor); Schemm (2), Wurst (3), Kulas, Tim Ehrlinger (3), Schmidt (1), Koppler, Anton Ehrlinger (2), Winheim (6/2), Jasarevic (6/2), Stojanov (4), Krauter (3)

Roßtal: Bühler (Tor); Schmidt (3), Ehrmann (5), Cisse (4), Schuh (10/4), Brandscher (3), Meßthaler (5), Haltrich, Hirschsteiner, Schatz, Rößl, Nepf (2), Gruber (4), Gerbing

Spielverlauf: 0:1, 2:3, 4:4, 7:5, 11:7, 11:12, 14:14, 16:16 (HZ); 21:17, 26:23, 29:24, 32:27, 36:30

Siebenmeter:
Rothenburg 4 (Jasarevic und Winheim treffen je 2)
Roßtal 4 (Schuh trifft alle)

Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Wurst, Schmidt, A. Ehrlinger, Jasarevic und Kiss je 1)
Roßtal 3 (Cisse, Haltrich und Nepf je 1)

Schiedsrichter: Udo-Marcel Hermannstädter und Petronela Richter (Herzogenaurach)

Zuschauer: 150