Die Heimstärke bestätigt

Mit 31:22 (15:12) gewannen die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen den TSV 1861 Mainburg. Die erste Halbzeit brauchten die Tauberstädter noch um sich warmzuspielen, nach dem Seitenwechsel dominierten sie die Partie dann aber nach Belieben und bestätigten eindrucksvoll ihre Stärke vor heimischem Publikum.

Als Phillip Schemm elf Minuten vor Spielende von Linksaußen in den Wurfkreis schwebte, in der Luft das Anspiel von Nikola Stojanov annahm und per Kempatrick vollstreckte war die Vorentscheidung bereits gefallen. Der Treffer bedeutete nämlich den Spielstand von 24:16 und die Messe war früh gelesen. Dass dies so kommen würde, war im ersten Durchgang noch nicht zu erwarten, da wehrten sich die Gäste noch mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln und verhinderten, dass sich die Rothenburger absetzen konnten. In den ersten 20 Spielminuten musste TSV-Trainer Bernd Becker auch mitansehen, wie seine Spieler den wuchtigen Angreifern der Gäste immer wieder zu viel Raum ließen. Hiervon konnte bei den Gästen aus Niederbayern vor allem Moritz Berndl profitieren, der vier der neun Mainburger Tore erzielen konnte. Nach ausgeglichener Anfangsphase (4:4, 5. Spielminute) gelang den Tauberstädtern ein Zwischenspurt zum 7:4, Torschützen Phillip Schemm, Nedim Jasarevic und Torhüter Arnold Kiss, fünf Minuten später hatten die Gäste aber wieder auf 7:7 ausgeglichen. Erst in den letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs konnten die Hausherren ihre Führung ausbauen. Trainer Bernd Becker hatte zwischenzeitlich die Abwehrformation umgestellt und aus der defensiven 6:0-Formation eine etwas offensivere 5:1-Reihe gebildet. Damit konnten die Gäste überhaupt nicht umgehen, ihre zuvor gezeigte Wucht aus dem Rückraum war plötzlich verflogen und unterstützt durch seine Vorderleute lief nun auch Torhüter Arnold Kiss zu großer Form auf. Bis zum Pausenpfiff der wenig sattelfesten Schiedsrichter André Berger und Maria Braun (VSC Donauwörth) gelang es den Rothenburgern dadurch mit drei Toren in Führung zu gehen (15:12).

Auch nach der Pause hielten die Tauberstädter die Konzentration hoch und bauten bis zur 42. Minute ihre Führung auf 20:15 aus. Torschützen waren der überragende Nikola Stojanov (3), Ivan Skaramuca und Anton Ehrlinger. Bei den Gästen, die nur mit 10 Spielern angereist waren, schwanden nun sichtlich die Kräfte und auch die von Trainer Hadzidulbic immer wieder angeordnete Maßnahme, in Unterzahl einen zusätzlichen Feldspieler zu bringen und dafür das Tor verwaist zu lassen, ging konsequent in die Hose. Nicht nur Torhüter Arnold Kiss kam dadurch zu Torerfolgen, auch Anton Ehrlinger verwertete einen Ballgewinn in der eigenen Deckung mit einem Wurf ins leere Gästetor. Die Gäste ließen sich nun zusätzlich zu einigen Frustfouls hinreißen, vor allem Nikola Stojanov und David Winheim waren Ziel einiger überharter Aktionen. Aber auch davon ließen sich die Hausherren nicht mehr vom eingeschlagenen Weg abbringen. Die Deckungsreihe arbeitete weiter konsequent und beweglich und im Angriff war fast jeder Schuss ein Treffer. Sechs Minuten vor Spielende zeigte die Anzeigetafel dann erstmals einen Zehntore-Vorsprung der Tauberstädter an, Phillip Schemm war zum 30:20 erfolgreich. Auch in der restlichen Spielzeit zeigten die Gastgeber kein Mitleid mit den immer schwächer werdenden Gästen, Tim Ehrlinger, Nedim Jasarevic und Anton Ehrlinger schraubten das Ergebnis bis zur Schlussminute auf 33:20. Das mit der Schlusssirene vom Mainburger Moritz Berndl erzielte Tor zum Endstand von 33:21 war dann nur noch Ergebniskosmetik.

Bis auf die zu passive Abwehr in der Anfangsphase boten die Becker-Schützlinge am Samstagabend wenig Anlass zur Kritik. Ab der 20. Minute fanden die Gäste, immerhin mit der Empfehlung des 37:20-Kantersieges gegen Tabellenführer Cham angereist, kaum ein Mittel gegen die dann verbesserte Deckungsreihe. Aus der sehr guten Mannschaftsleistung stachen der im Angriff überragende Nikola Stojanov (9 Tore), Phillip Schemm (7 Tore) und Torhüter Arnold Kiss, der neben vielen Glanzparaden auch zwei Tore erzielen konnte, noch heraus. Nach der Faschingspause am kommenden Wochenende erwarten die Tauberstädter dann in zwei Wochen den Tabellenführer ASV Cham zum nächsten Heimspiel. Da die Trauben in der Rothenburger Mehrzweckhalle mittlerweile wieder sehr hoch hängen, wird sich der Klassenprimus strecken müssen, will er den Rothenburger Heimnimbus durchbrechen und die Punkte in die Oberpfalz entführen.

Rothenburg: Kiss (1.-54., 2 Tore), Sand (54.-60. und bei zwei Siebenmetern) (Tor); Schemm (7) Wurst, Kulas, Tim Ehrlinger (1), Schmidt, Koppler (1), Anton Ehrlinger (4), Winheim, Jasarevic (5/3), Stojanov (9), Krauter (2), Skaramuca (2)

Mainburg: Möser (Tor); Joekel (1), Schmargendorf (1), Würfl, Covic (4/2), Köpp (1), May, Berndl (5), Heim (1), Abeltshauer (8/3)

Spielverlauf: 1:0, 4:4, 7:4, 7:7, 11:9, 15:12 (HZ); 16:13, 20:15, 25:16, 28:19, 33:20, 33:21

Siebenmeter:
Rothenburg 3 (Jasarevic trifft alle)
Mainburg 6 (Abeltshauser trifft 3, verwirft 1; Covic trifft 2)

Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Schmidt 2; Tim Ehrlinger, Winheim und Skaramuca je 1)
Mainburg 8 (Joekel 2; Schmargendorf, Würfl, Köpp, May, Berndl und Abeltshauser je 1)

Schiedsrichter: André Berger und Maria Braun (Donauwörth)

Zuschauer: 250