Ernüchternde Auswärtsniederlage

Mit einer unnötigen 26:23 (12:12) Niederlage kam die ERSTE aus Ingolstadt zurück. Leider konnten die Jungs auch in Ingolstadt ihre Auswärtsschwäche nicht ablegen und mussten eine bittere Niederlage hinnehmen, mit der der Aufwärtstrend der letzten Wochen jäh gestoppt wurde.

Auswärts, Sonntagnachmittag, ohne Harz – Diese drei Faktoren sind irgendwie nichts für die ERSTE. Bis auf Gabriel Gluhak in Bestbesetzung angetreten, standen die Vorzeichen zumindest personell nicht schlecht. Die Gastgeber aus der Audi-Stadt mussten auf ihren zweitbesten Torschützen Toth Balasz ganz verzichten und ihr erfolgreichster Torjäger, Dino Sabljakovic, verletzte sich bereits im ersten Angriff und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Kapital schlagen konnten unsere Jungs daraus unverständlicherweise aber nicht. Im Gegenteil, schon in der Anfangsphase deutete sich an, was im gesamten Spiel zum Problem werden sollte: Reihenweise verfehlte das Spielgerät sein Ziel und schlug stattdessen im Ballfangnetz neben oder vor allem über dem Ingolstädter Tor ein. So kam es, dass die Hausherren nach sieben gespielten Minuten mit 5:1 führten und Trainer Bernd Becker gezwungen war, eine Auszeit zu nehmen. In dieser Auszeit erinnerte er seine Spieler an die Vorgaben, die er bereits vor der Partie ausgegeben hatte, den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten, die Abwehr in Bewegung zu bringen und die Chancen konsequenter auszuspielen. Die Ansprache zeigte dann auch prompt Wirkung, zehn Minuten später war der Rückstand auf 8:6 verkürzt, nach weiteren sechs Minuten leuchtete sogar ein Dreitorevorsprung (11:8) von der Anzeigetafel. Lange hielt die Führung aber nicht an, Ingolstadt gelangen nun vier Tore am Stück zur 12:11-Führung, welche Paul Koppler zum 12:12-Halbzeitstand ausgleichen konnte.

In der zweiten Spielhälfte sah es dann über lange Strecken so aus, also sollte die ERSTE zu einem Arbeitssieg kommen, lag sie doch, nachdem Nedim Jasarevic und Ivan Skaramuca direkt nach der Pause für die erneute Zweitoreführung gesorgt hatten, ständig mit zwei bis drei Toren in Front. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis die dezimierten Ingolstädter einbrechen und der Auswärtssieg klargemacht werden würde. Doch es kam dieses Mal anders, der Einbruch der Hausherren blieb aus stattdessen stemmten sie sich mit aller Macht gegen die Niederlage. Und die Chancenverwertung unserer Jungs war weiter unterirdisch. Dass die Führung überhaupt weiter anhielt, war insbesondere ein Verdienst des bärenstarken Luca Sand im Tor der ERSTEN. Über die gesamte Spieldauer konnte er 17 Bälle parieren, was der hervorragenden Quote von 40 % entspricht. Zwischen der 52. und 54. Minute schafften es dann die Ingolstädter, den 17:20-Rückstand zum 20:20 auszugleichen. Das 21:20 durch David Winheim sollte die letzte Führung der ERSTEN sein, auf die 22:21-Führung der Hausherren konnte Niko Stojanov nur noch mit dem Ausgleich zum 22:22 antworten, bevor Ingolstadt mit drei Toren zum 25:22 die Entscheidung herbeiführte. Die letzten beiden Tore durch David Winheim und dem Ingolstädter Laszlo Almasi waren dann nur noch Ergebniskosmetik und die nächste Auswärtsniederlage der ERSTEN stand fest.

Nach einer Leistung wie der in Ingolstadt muss man im Lager der ERSTEN keine Gedanken daran verschwenden, wie die Konkurrenz spielt und was eventuell in dieser Saison noch möglich ist. Der Blick in den Spiegel und die eigene Leistung zu hinterfragen ist derzeit eher angebracht. Am kommenden Wochenende wartet mit dem Tabellendritten HSG Fichtelgebirge ein schwerer Gegner auf die ERSTE, aber dieses Spiel findet ja zu Hause, am Samstagabend und mit Harz statt…

Rothenburg: Sand (1.-60.), Kiss (n.e.); Schemm (2), Wurst, Kulas (1), Tim Ehrlinger, Schmidt (1), Koppler (1), Anton Ehrlinger (2), Winheim (7/2), Jasarevic (3/1), Stojanov (4), Krauter (1), Skaramuca (1)

Ingolstadt: Fejzovic (Tor), Libert (3), Hackenberg, Almasi (6), Sabljakovic (1), Serban (5), Achhammer (5), Dzolic, Macovei (6/2), Langmeier

Spielverlauf: 1:0, 5:1, 8:6, 8:11, 12:12 (HZ); 12:14, 13:16, 16:18, 17:20, 20:20, 22:22, 25:22, 26:23

Siebenmeter:
Rothenburg 5 (Winheim trifft 2, verwirft 2; Jasarevic trifft 1)
Ingolstadt 2 (Macovei trifft beide)

Zeitstrafen:
Rothenburg 4 (Tim Ehrlinger, Schmidt, Jasarevic und Skaramuca je 1) Ingolstadt 2 (Dzolic und Macovei je 1)

Schiedsrichter:
Theresa Prinz und Danny Uhlmann (SG Süd/Blumenau)

Zuschauer: 56