Der nächste Schritt aus der Krise

Mit 28:24 (13:10) gewannen die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen die HSG Freising-Neufahrn. Mit dem zweiten Sieg in Folge machten die Tauberstädter einen weiteren Schritt aus der Krise.

Den ersten Aufreger gab es in der Rothenburger Mehrzweckhalle bereits vor Spielbeginn, als ein Feueralarm zum Räumen der Halle zwang. Da sich schnell herausstellte, dass es sich nur um einen Fehlalarm handelte, konnte das Spiel des Bayernligaabsteigers gegen den Aufsteiger pünktlich beginnen. Losgelegt wie die Feuerwehr haben die Becker-Schützlinge dann aber nicht. Sie kamen, gestützt auf eine sehr gute Leistung von Torhüter Arnold Kiss, zwar gut in die Partie und führten in der 15. Minute mit 8:4, weiter ausbauen konnten sie die Führung aber nicht. Im Angriff leistete man sich nun einige technische Fehler und auch die Deckungsreihe ließ häufiger die nötige Konsequenz vermissen.

Damit brachte man den Gegner wieder ins Spiel, der in der 24. Minute zum 9:9 ausgleichen konnte. Trainer Bernd Becker nahm daraufhin eine Auszeit, in der er die richtigen Worte gefunden haben musste. Bis zum Pausenpfiff der nicht immer sattelfesten Schiedsrichter Moritz und Tim Hawly (Stadeln/Nürnberg) konnten die Hausherren mit 13:10 in Führung gehen. Nach der Pause war es dann der beste Rothenburger Torschütze, David Winheim, der mit zwei Toren die Führung auf fünf Tore erhöhte (15:10, 33.). Es sah nun so aus, als sollten die Rothenburger den Gegner abschütteln können und zu einem deutlichen Heimsieg kommen. Fünf Minuten später vergab dann aber Nedim Jasarevic beim Stand von 17:13 einen Siebenmeter, was den Auftakt für die Aufholjagd der Gäste darstellen sollte.

Den Tauberstädtern gelang nun ganze 10 Minuten nur ein Tor, die Gäste aus Oberbayern witterten Morgenluft und waren sechs Mal erfolgreich. Das führte in der 46. Spielminute zur erstmaligen Gästeführung (18:19). Trainer Becker beorderte nun Luca Sand für den in der zweiten Hälfte von seinen Vorderleuten sträflich im Stich gelassenen Arnold Kiss ins Tor und setzte damit den entscheidenden Impuls zum doppelten Punktgewinn. Sand hielt ganze sechs Minuten mit einigen sehenswerten Paraden seinen Kasten sauber und im Angriff trafen Niko Stojanov (2), David Winheim, Thomas Krauter, Nedim Jasarevic und Patrick Wurst zum vorentscheidenden 24:19 (53. Minute). Auch in der Schlussphase hatten die Gäste nichts mehr entgegenzusetzen, so blieb es Nedim Jasarevic vorenthalten, mit dem 28:24 den Schlusspunkt zu setzen.

„Unter dem Strich bin ich mit den zwei Punkten natürlich zufrieden, wir haben aber in einigen Punkten noch viel Luft nach oben“ lautete das Fazit von Trainer Bernd Becker. „In der ersten Hälfte unterlaufen uns zu viele technische Fehler und nach der Pause fehlt zu oft die Konsequenz im Abschluss. Heute hat es dennoch zum Sieg gereicht, gegen die Spitzenmannschaften der Liga kann das anders aussehen“ so Becker weiter.

Mit den zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen hat sich die Situation der Tauberstädter deutlich verbessert. Der Blick auf die anderen Ergebnisse des Spieltags zeigt auch, dass heuer fast jeder jeden schlagen kann. Am nächsten Wochenende steht für die Becker-Schützlinge die Auswärtsaufgabe bei der zweiten Mannschaft des TV Erlangen-Bruck II, die etwas überraschend in Mainburg gewinnen konnte, auf dem Programm. Mit einem weiteren Erfolg könnte man das Punktekonto ausgleichen und mit dem Gegner gleichziehen.

Rothenburg: Kiss (1.-46.), Sand (46.-60.) (Tor); Schemm (3), Wurst (2), Kulas, Keller, Tim Ehrlinger, Schmidt, Koppler, Anton Ehrlinger, Winheim (8/1), Jasarevic (6/3), Stojanov (7), Krauter (2)

Freising-Neufahrn: Meßner, Vrabel (Tor); Becker (2/1), Wärthl, Huzejrovic (2), Vopel (3), A. Heldner (3), Ludwig, Loris (3/1), C. Heldner (3), Kapser (4), Bittner, Falkner (3), Schuster (1)

Spielverlauf: 1:0, 3:1, 5:2, 8:4, 9:9, 11:9, 13:10 (HZ); 15:10, 17:13, 18:19, 24:19, 27:22, 28:24

Siebenmeter:
Rothenburg 6 (Jasarevic trifft 3, verwirft 2; Winheim trifft 1)
Freising-Neufahrn 4 (Becker trifft 1; Loris trifft 1, verwirft 1; Falkner verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 1 (Maxi Schmidt)
Freising-Neufahrn 3 (Huzejrovic, Loris und C. Heldner je 1)

Schiedsrichter: Moritz und Tim Hawly (MTV Stadeln/Post SV Nürnberg)

Zuschauer: 280