Eindrucksvoll zurückgemeldet

Keine Siegchance ließen die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg am Samstagabend der als Tabellendritten angereisten HSG Fichtelgebirge. Beim 32:18 (11:7) zeigten die Tauberstädter eine eindrucksvolle Leistung und kamen zu einem auch in der Höhe absolut verdienten Heimerfolg.

Nur in der Anfangsphase war im Angriff der Rothenburger, die ohne den verletzten Nikola Stojanov angetreten waren, noch Sand im Getriebe. Da aber die Deckung und Torhüter Arnold Kiss bereits hellwach waren, konnten die Gäste aus Oberfranken hieraus kein Kapital schlagen und es stand nach 11 gespielten Minuten nur 2:2 und es deutete noch nichts auf den letztlich deutlichen Heimerfolg hin. Dann mussten die Gäste die erste Zeitstrafe hinnehmen, Phillip Schemm wurde in Überzahl auf Linksaußen zweimal freigespielt und stellte mit zwei sehenswerten Treffern den Spielstand auf 4:2 für die Hausherren. Die Abwehr arbeitete weiter sehr konzentriert und gestattete der HSG kaum Wurfmöglichkeiten. Die Würfe, die dann noch den Weg zum Tor fanden, wurden zumeist sichere Beute von Torhüter Kiss. Auch im Angriff wurden die Rothenburger nun treffsicherer und kamen über 6:3 (Thomas Krauter, 19.Minute) und 8:5 (Nedim Jasarevic, 22.) zum Zwischenstand von 10:6 (29.). Den Treffer zur ersten Viertoreführung erzielte ebenfalls Nedim Jasarevic, der im weiteren Spielverlauf zum erfolgreichsten Torschützen seiner Mannschaft werden sollte. Bis zur Pause trafen die Gäste noch einmal und Ivan Skaramuca, der in der ersten Hälfte als Torschütze und mit schönen Anspielen glänzen konnte, stellte mit dem Tor zum 11:7 den Pausenstand her.

Auch nach der Pause kam von den Gästen kein Aufbäumen, im Gegenteil, in den ersten sieben Minuten des zweiten Durchgangs konnten die Tauberstädter vorentscheiden auf 16:9 davonziehen. Torschützen waren Nedim Jasarevic (3), Andreas Kulas und Ivan Skaramuca. Trainer Becker brachte nun den A-Jugendlichen Anton Ehrlinger für Ivan Skaramuca, der sich mit den Treffern zum 17:10, 18:11 und 19:12 gleich hervorragend einführte. Andreas Kulas mit einem sehenswerten Dreher von Linksaußen und Nedim Jasarevic per Siebenmeter-Strafwurf bauten dann die Führung auf acht Tore aus (21:13, 45. Minute) und sorgten für Frust bei den Gästen aus dem Fichtelgebirge. Diesen bekam dann David Winheim zu spüren, der für die großgewachsenen Deckungsspieler der Gäste viel zu schnell und beweglich war und immer wieder nur durch Fouls zu stoppen war. Zunächst wurde er, nachdem er frei am Wurfkreis durchgebrochen war, von Zdenek Danielka böse gefoult, was eine Zeitstrafe für Danielka und einen Siebenmeter-Strafwurf für die Hausherren zur Folge hatte. Fünf Minuten später musste Winheim erneut behandelt werden, nachdem er bei einem schnellen Tempogegenstoß von Philipp Mocker übel von den Beinen geholt wurde, der für seine Aktion die berechtigte rote Karte sah. Es gibt nur wenige Aktionen, die dümmer, sinnloser und unsportlicher sind, als elf Minuten vor Spielende, bei einem Rückstand von 10 Toren (24:14) die Gesundheit des Gegenspielers derart aufs Spiel zu setzen. Winheim konnte für die restliche Spielzeit nicht mehr eingesetzt werden, der Heimerfolg wurde dadurch aber nicht mehr gefährdet. Auch ohne ihren Rückraumregisseur, oder gerade für ihn, bauten seine Mannschaftskameraden den Vorsprung kontinuierlich weiter aus. In der 58. Minute leuchtete dann beim Stand von 30:16, Torschütze Tim Ehrlinger, erstmals ein Vorsprung von 14 Toren von der Anzeigetafel und in den letzten beiden Minuten erzielte Nedim Jasarevic, bei zwei Gegentreffern, seine Tore 10 und 11 zum Endstand von 32:18.

Bis auf die Mängel in der Anfangsphase gab es am Samstagabend wenig an der Leistung der Tauberstädter auszusetzen. Auch das Fehlen ihres zweitbesten Torschützen, Nikola Stojanov, kompensierten die Rothenburger problemlos. Auf allen Positionen, von den Torhütern bis zu den Feldspielern, waren Sie dem Gast aus Oberfranken deutlich überlegen und schon zur Pause mussten die Anhänger in der gut gefüllten Mehrzweckhalle sich keine allzu großen Sorgen machen, ob die Punkte an der Tauber bleiben würden. Bei aller Freude über den souveränen Heimerfolg bleibt die Frage, warum die Schützlinge von Trainer Bernd Becker diese Leistung auswärts nicht abrufen können. Nächste Gelegenheit zu zeigen, dass sie dies doch können, besteht am kommenden Samstag, wenn die Rothenburger beim HC Erlangen III gastieren.

Rothenburg: Kiss (1.-50.), Sand (50.-60.) (Tor); Schemm (2), Wurst, Kulas (2), Tim Ehrlinger (4), Schmidt, Koppler, (1), Anton Ehrlinger (5), Winheim (2), Jasarevic (11/6), Krauter (1), Skaramuca (4)

Fichtelgebirge: Brosko, Gruber (Tor); Englbrecht (1), Petricevic (2), Burger (3), Bralic, Berger, Wippenbeck (3), Hammer (3), Tröger (1), Mocker (4/1), Danielka (1), Kurzeck

Spielverlauf: 0:1, 2:2, 4:2, 6:3, 8:5, 11:7 (HZ); 13:8, 17:10, 21:13, 24:14, 28:15, 30:16, 32:18

Siebenmeter:
Rothenburg 8 (Jasarevic trifft 6, verwirft 1; Winheim verwirft 1)
Fichtelgebirge 1 (Mocker trifft)

Zeitstrafen:
Rothenburg 2 (Schmidt 2)
Fichtelgebirge 5 (Danielka und Kurzeck je 2; Mocker 1 und Disqualifikation)

Schiedsrichter: Simon Ludwig und Nikolas Wolf (TS Herzogenaurach)

Zuschauer: 300