Hurra, wir leben noch!

Mit 24:23 (12:10) gewannen die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen die DJK Waldbüttelbrunn. Während die abstiegsgefährdeten Tauberstädter damit ein deutliches Lebenszeichen sandten, muss Waldbüttelbrunn wohl seine Aufstiegsträume vorzeitig ad acta legen.

Die Vorzeichen verhießen nichts Gutes für den Rothenburger Trainer Csaba Szücs und seine Mannen. Gerade einmal 12 Spieler konnte Szücs aufbieten, von denen einige auch noch angeschlagen in die Partie gingen. Neben Patrick Wurst, Max Pfaffelhuber und Maxi Schmidt fiel kurzfristig auch noch Torhüter Andreas Amann krankheitsbedingt aus. Szücs‘ Pendant auf Seiten der Gäste, Dusan Suchy, musste mit Manuel Feitz und Tobias Glöggler ebenfalls auf wichtige Spieler verzichten. In der Anfangsphase entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnden Führungen. In der achten Spielminute setzte Bartek Pawlak im Tor der Gastgeber dann ein erstes Ausrufezeichen als er gegen Andreas Paul einen Siebenmeter-Strafwurf parierte. Waldbüttelbrunn konnte damit die 4:3-Führung nicht ausbauen, im Gegenteil Rothenburg glich zunächst durch Nedim Jasarevic zum 4:4 aus, Thomas Krauter traf zum 5:4 und Andreas Kulas konnte per Gegenstoß auf 6:4 erhöhen. Im nächsten Angriff entschieden die Schiedsrichter Dominik Fass und Florian Güßregen (TSV Altenfurt), die sich über die gesamte Spieldauer nicht als Heimschiedsrichter zeigten, erneut auf Siebenmeter für die Gäste. Dieses Mal trat ihr Top-Torschütze, Rechtsaußen Nils Kwiatkowski, an, welcher aber ebenfalls in Bartek Pawlak seinen Meister fand. Thomas Krauter konnte damit im nächsten Angriff der Tauberstädter auf 7:4 erhöhen (14. Minute). Nach Treffern von Bastian Demel und Felix Wolf hatte der Waldbüttelbrunner Andreas Paul dann vier Minuten später beim Stand von 7:6 die Chance zum Ausgleich, er scheiterte aber erneut von der Strafwurflinie am überragenden Bartek Pawlak im Rothenburger Heiligtum. Rothenburg blieb somit im weiteren Verlauf der ersten Spielhälfte immer in Führung, den Schlusspunkt zum 12:10 Pausenstand setzte Lukas Tendera, der für die Gäste im vierten Versuch von der Strafwurflinie erstmalig erfolgreich war.

In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs bauten die Hausherren ihre Führung dann auf 17:13 aus, auch in dieser Phase konnte Bartek Pawlak einen Siebenmeter parieren, Lukas Tendera war es, der das Spielgerät nicht an Pawlak vorbei im Rothenburger Tor unterbringen konnte. Auch vier Minuten später stand es noch 17:13 für Rothenburg, trotz zweimaliger Überzahl und zweier Siebenmeter-Strafwürfe konnten die Gäste keinen Treffer erzielen. Mit Markus Kirchner und Bastian Demel scheiterten die Schützen Nr. vier und fünf am Rothenburger Keeper Bartek Pawlak. In Unterzahl schafften die Hausherren in dieser Phase für mehr als fünf Minuten keinen Torerfolg, Andreas Paul konnte die Gäste dadurch mit zwei Toren auf 17:15 heranbringen. Trainer Szücs nahm daraufhin eine Auszeit, um seine Mannschaft für die Schlussviertelstunde einzustellen. Kreisläufer Tim Ehrlinger hörte seinem Trainer wohl besonders gut zu, schaffte er doch direkt im Anschluss die beiden Treffer zum 18:15 und 19:16 (48. Minute). Durch Lukas Tendera und Andreas Paul, der im dritten Versuch erstmals bei einem Siebenmeter-Strafwurf erfolgreich war, verkürzten die Gäste dann auf 19:18 und die Partie war wieder völlig offen. In Unterzahl, Nikola Stojanov verbüßte eine Strafzeit, schaffte Ivan Skaramuca dann das 20:18, Julian Stumpf konnte für Waldbüttelbrunn aber im direkten Gegenzug auf 20:19 verkürzen. Im nächsten Angriff bekamen die Tauberstädter dann ihren ersten Siebenmeter-Strafwurf zugesprochen, der von Ivan Skaramuca zum 21:19 verwandelt wurde. Nachdem auch der nächste Angriff der Gäste wirkungslos verpuffte, brachte Nikola Stojanov seine Farben mit 22:19 in Front. Als dann Andreas Paul den nächsten Versuch von der Siebenmeter-Linie an den Pfosten des Rothenburger Gehäuses setzte, blieb es drei Minuten vor Spielende bei der Dreitore-Führung der Hausherren und es sah aus, als sei die Messe gelesen. Es sollte aber anders kommen, zunächst verkürzten Markus Kirchner und Julian Stumpf für die Gäste auf 22:21 und Nikola Stojanov bekam eine Zeitstrafe aufgebrummt (59. Minute). In der gleichen Minute war Ivan Skaramuca per Siebenmeter zum 23:21 erfolgreich, was aber immer noch keine Vorentscheidung darstellen sollte. Im Gegenzug verkürzte Lukas Tendera für Waldbüttelbrunn auf 23:22 und als die Tauberstädter ihren nächsten Angriff überhastet abschlossen, nutzte Andreas Paul in der Schlussminute die Gelegenheit auf 23:23 auszugleichen und die Hausherren mussten um den Lohn ihrer engagierten Leistung fürchten. Ivan Skaramuca war es dann aber, der seine Mannschaft und die Mehrzahl der 350 Zuschauer erlöste, 15 Sekunden vor Spielende verwandelte er mit einem Kracher aus dem Rückraum zum 24:23. Da der letzte Angriff der Gäste wirkungslos verpuffte, sollte dies den vielumjubelten Endstand darstellen.

Dank einer engagierten und konzentrierten Leistung in Abwehr und Angriff, bei der die Szücs-Schützlinge die Fehlerquote im Vergleich zu den vergangenen Spielen deutlich reduzieren konnten und der Galavorstellung von Torhüter Pawlak ist der Erfolg über das Spitzenteam aus Unterfranken für die Tauberstädter nicht unverdient. Da die direkten Abstiegskampf-Konkurrenten aus Lohr und Landshut ebenfalls ihre Spiele gewinnen konnten, war der Überraschungserfolg gegen Waldbüttelbrunn umso wichtiger. Am nächsten Wochenende geht es für die Rothenburger zum Auswärtsspiel bei HT München. Der Sieg gegen Waldbüttelbrunn sollte das Selbstvertrauen gestärkt haben um auch dort erfolgreich zu sein.

Rothenburg: Pawlak (1.-60.), Sand (Tor); Schemm (2), Kulas (1), Gluhak, Ehrlinger (3), Kister (3), Skaramuca (7/2), Winheim (1), Jasarevic (2), Stojanov (2), Krauter (3)

Waldbüttelbrunn:Orsolic, Feuerbacher (Tor); Dutz, Stumpf (6), Beißner, Wolf (3), Tendera (5/1), Paul (4/1), Issing, Kwiatkowski (1), Kirchner (1), Renz, Demel (2), Meyer (1)

Spielverlauf: 1:0, 2:3, 7:4, 9:7, 12:9, 12:10 (HZ); 13:10, 17:13, 19:16, 20:19, 22:19, 22:21, 23:23, 24:23

Siebenmeter: Rothenburg 2 (Skaramuca trifft beide)

Waldbüttelbrunn 9 (Paul trifft 1, verwirft 3; Tendera trifft und verwirft je 1,

Kwiatkowski, Demel, Kirchner verwerfen je 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 5 (Stojanov 2, Ehrlinger, Jasarevic und Krauter je 1)

Waldbüttelbrunn 3 (Beißner, Kirchner und Demel je 1)

Schiedsrichter: Dominik Fass und Florian Güßregen (TSV Altenfurt)

Zuschauer: 350

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