Nicht bayernligatauglich!

Eine nicht bayernligataugliche Leistung boten die Handballer des TSV 2000 Rothenburg bei der 23:24 (8:8) Heimniederlage gegen den TSV Haunstetten. Gegen einen Gegner, der selbst nur unteres Bayernliganiveau darstellt, schafften es die Tauberstädter erneut nicht, zwei wichtige Punkte zu erreichen und rutschen somit immer tiefer in den Tabellenkeller.

Bereits die erste Szene war symptomatisch für das Spiel der Rothenburger: Nach gut dreißig Sekunden scheiterte David Winheim, der ansonsten noch einer der besseren war, mit einem Siebenmeter-Strafwurf an Daniel Fischer im Haunstetter Gehäuse. Als Ivan Skaramuca im nächsten Angriff dann doch zum 1:0 traf, Bartek Pawlak ebenfalls einen Siebenmeter parieren konnte und Nikola Stojanov zum 2:0 erhöhen konnte, sah es zunächst so aus, als würden sich die Hausherren absetzen können. Doch weit gefehlt, vier Minuten später konnten die Gäste durch ein Tor ihres besten Torschützen, Florian Zimmerly, zum 3:3 ausgleichen. Nach der 4:3-Führung durch Ivan Skaramuca vergaben die Gäste durch Markus Schaudt den zweiten Siebenmeter, da Skaramuca im Anschluss aber ebenfalls von der Siebenmeter-Linie scheiterte, konnten die Hausherren hieraus kein Kapital schlagen. Im Gegenteil, die Gäste aus dem Augsburger Stadtteil schafften in der Folge drei Tore am Stück und gingen mit 7:4 in Führung (23. Minute). Da dies direkt im Anschluss auch den Hausherren gelang, stand es vier Minuten vor Ende der ersten Spielhälfte wieder unentschieden 7:7. Bis zur Pause gelang beiden Mannschaften jeweils noch ein Treffer und so ging die erste Halbzeit sehr torarm mit 8:8 zu Ende.

Gleich zu Beginn von Durchgang zwei gestatteten die Tauberstädter den Gästen erneut drei Tore in Folge, so dass sie mit 8:11 ins Hintertreffen gerieten (34). Wie schon so oft in dieser Saison zeigten die Schützlinge von Trainer Csaba Szücs Unkonzentriertheiten beim Torabschluss und leisteten sich zusätzlich noch viel zu viele technische Fehler. So kam es, dass die Gäste, die ebenfalls nur biedere Handball-Hausmannskost boten, weitere vier Minuten später ihre Führung erstmals auf vier Tore ausbauen konnten (10:14, 38. Minute). Dieser Vorsprung hielt ganze zwei Minuten, dann starteten die Szücs-Schützlinge eine Zwischenspurt, der sie durch Tore von Nikola Stojanov (2), David Winheim und Phillip Schemm zum 15:15-Ausgleich brachte (45. Minute). Gästetrainer Michael Rothfischer musste in dieser Phase einigen seiner Stammkräfte eine Pause gönnen, was die Hausherren wieder zurück ins Spiel brachte. Gabriel Gluhak brachte seine Farben mit dem 17:16 dann erstmals wieder in Führung, die durch David Winheim sogar auf 18:16 ausgebaut werden konnte. Nach dem 19:17 durch Andreas Kulas zeigten die Tauberstädter aber erneut Nerven, wie schon vor Wochenfrist in Regensburg begannen nun neun verhängnisvolle Minuten, die Gastgeber endgültig auf die Verliererstraße brachten. In dieser Phase traf lediglich Nikola Stojanov zum zwischenzeitlichen 20:20, den Gästen gelangen aber sechs Treffer, einer davon sogar in doppelter Unterzahl. So stand es in der 58. Spielminute 23:20 für Haunstetten und die Entscheidung war gefallen. Bis zum Spielende konnten die Rothenburger nur noch auf ein Tor Rückstand verkürzen, der Ausgleich wollte ihnen nicht gelingen. Damit kamen die Gäste aus Haunstetten in einem schwachen Bayernligaspiel zu einem nicht unverdienten 24:23 Auswärtserfolg.

Die Szücs-Truppe verpasste es erneut gegen einen schlagbaren Gegner wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt zu verbuchen und hängt nun tief im Tabellenkeller fest. „Wir werden unsere Situation genau analysieren und mit den Jungs reden“ kündigt Abteilungsleiter Norbert Fink Gesprächsbedarf an. „Natürlich stehen wir nach der Niederlagenserie der letzten Wochen unter Druck, etwas Zählbares zu erreichen. Aber wir haben keine Schülermannschaft, unsere Spieler sind erfahren genug um mit der Situation umgehen zu können und ich hätte schon eine andere Reaktion des Teams erwartet“ so Fink weiter. Am kommenden Samstag reisen die Tauberstädter zum heimstarken VfL Günzburg, mit den Leistungen der letzten Wochen muss ein Debakel befürchtet werden.

Rothenburg: Pawlak (1.-37. und 39.-60.), Sand (37.-39. und bei einem Siebenmeter) (Tor); Schemm (1), Wurst, Kulas (2), Gluhak (2), Pfaffelhuber, Ehrlinger (3), Schmidt, Skaramuca (3/1), Winheim (5), Jasarevic (2/2), Stojanov (5), Krauter

Haunstetten: Fischer, Rothfischer (Tor); Manz (1), Walker, Schaudt, Zimmerly (7), Singer (3), Schnitzlein (3), Smotzek (5/4), Jankrift (1), Gaedt (1), Wiesner (3), Buck

Spielverlauf: 2:0, 3:3, 4:4, 4:7, 7:7, 8:8 (HZ); 8:11, 10:14, 15:15, 18:16, 19:17, 20:23, 23:24

Siebenmeter: Rothenburg 5 (Jasarevic trifft 2; Skaramuca trifft 1, verwirft 1; Winheim verwirft 1)

Haunstetten 6 (Smotzek trifft 4, verwirft 1; Schaudt verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 8 (Pawlak, Schemm, Wurst, Kulas, Schmidt, Winheim, Jasarevic, Stojanov je 1)

Haunstetten 9 (Wiesner, Jankrift und Singer je 2, Walker, Schnitzlein und Smotzek je 1)

Schiedsrichter: Johannes und Maximilian Frosch (HSG Mainfranken/HSV Bergtheim)

Zuschauer: 290