In neun Minuten alles verspielt

Mit einer 28:26 (15:13) Niederlage kehrten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg vom Auswärtsspiel bei der SG Regensburg zurück. Eine Schwächephase von neun Minuten genügte hierbei, um erneut ohne Punkte da zu stehen.

Ohne die verletzten Andreas Kister, Andreas Amann und Andreas Kulas traten die Tauberstädter beim Aufsteiger, der sich seit dieser Saison „Regensburg Adler“ nennt, an. Alle anderen Spieler standen Trainer Szücs zur Verfügung. Die Hausherren, deren Kader nicht mehr mit dem zu vergleichen ist, den die Rothenburger in der Aufstiegssaison vor zwei Jahren zwei Mal schlagen konnten, hatten alle Stammkräfte an Bord. Zu Beginn des Spiels waren die Gäste von der Tauber hellwach und gingen durch Nikola Stojanov mit 1:0 in Führung. Regensburg glich durch Samuel Orlovsky, den die Abwehr der Gäste im gesamten Spielverlauf nie in den Griff bekam, aus und ging im Anschluss durch Marcel Elgeti mit 2:1 in Führung. Dies sollte aber für die nächsten 25 Minuten die letzte Führung der Hausherren sein. Rothenburg spielte deutlich besser als vor Wochenfrist gegen Rimpar II und lag nahezu ständig mit einem bis zwei Toren in Führung. Zwar vergaben die Szücs-Schützlinge wieder einmal viel zu viele klare Torchancen, da sich Torhüter Bartek Pawlak aber genauso stark präsentierte, wie sein Gegenüber Max Lotter im Regensburger Gehäuse, wollte den Domstädtern nicht mehr als der Ausgleich gelingen. In der 28. Minute brachen dann die ersten beiden der oben genannten neun schwachen Minuten der Gäste an. Zunächst konnte der bärenstarke David Winheim seine Farben mit 13:11 in Führung bringen, dann verloren die Rothenburger für die restliche Spielzeit der ersten Hälfte komplett den Faden. Statt nach dem Anschluss der Hausherren ruhig und besonnen weiterzuspielen, leistete man sich überhastete Aktionen, die zu vier Toren der Regensburger und deren Pausenführung von 15:13 führten. Nach der Pause benötigten die Tauberstädter knapp zehn Minuten, um wieder den Ausgleich herzustellen. David Winheim war es, der in der 40. Minute per Siebenmeter-Strafwurf zum 17:17 traf. Nach dem Zwischenstand von 18:18 gingen die Rothenburger dann durch zwei Tore von David Winheim und Thomas Krauter mit 20:18 in Führung (44. Minute). Wie schon kurz vor der Pause kam dann aber erneut ein Bruch ins Spiel der Gäste und es folgten die restlichen sieben schwachen Minuten. Durch überhastete Torwürfe und haarsträubende Fehlabspiele und technische Fehler gab man viel zu schnell den Ballbesitz her und die Gastgeber nahmen die Geschenke gerne an. Der dadurch zustande gekommene 7:1-Lauf der Regensburger zur eigenen 25:21-Führung sollte neun Minuten vor Spielende vorentscheidend sein. In den verbleibenden Spielminuten gelang es den Gästen nicht mehr, entscheidend zu verkürzen und so stellte der zehnte Treffer von David Winheim in der Schlussminute den Endstand von 28:26 für Regensburg dar.

Bleibt festzuhalten, dass sich die Tauberstädter zwar im Vergleich zur Vorwoche verbessert präsentierten, sich durch die neun extrem schwachen Minuten aber selbst um den Lohn ihrer Arbeit brachten. Wenn man in neun Minuten nur einen Treffer erzielt und, was schwerer wiegt, dem Gegner elf Tore erlaubt, kann man kein Spiel gewinnen. Leider zeigte sich in dieser Phase kein Rothenburger Spieler als Führungsspieler, der das Heft des Handelns in die Hand nimmt und das Spiel beruhigt. Auch die hervorragenden Leistungen des 10-fachen Torschützen David Winheim und Torhüter Bartek Pawlak reichten nicht aus, um mit zwei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten zu können. Am kommenden Samstag treffen die Szücs-Schützlinge auf den ebenfalls kriselnden TSV Haunstetten. In der aktuellen Situation ist ein Heimsieg Pflicht.

Rothenburg: Pawlak (1.-58.), Sand (58.-60.) (Tor); Schemm (1), Wurst (1/1), Gluhak (1), Pfaffelhuber, Ehrlinger (1), Schmidt, Skaramuca (5), Winheim (10/5), Jasarevic (3), Stojanov (3), Krauter (1)

Regensburg: Lotter, Rada (Tor); Dzolic (3), Hoppe, Wuka (1), Uhl (4), Ujvari, Munkacsi (2), Elgeti (3/2), Orlovsky (10), Hiersemann (1), Mulitze, Heinle (4)

Spielverlauf: 0:1, 2:1, 2:4, 6:8, 11:13, 15:13 (HZ); 15:14, 17:15, 17:17, 18:20, 25:21, 26:24, 28:26

Siebenmeter: Rothenburg 9 (Winheim trifft 5, verwirft 1; Wurst trifft 1; Skaramuca und Jasarevic verwerfen je 1)

Regensburg 4 (Elgeti trifft 2 und verwirft 2)

Zeitstrafen: Rothenburg 5 (Winheim 2; Gluhak , Jasarevic und Pawlak (Wechselfehler) je 1)

Regensburg 4 (Dzolic 2; Elgeti und Mulitze je 1)

Schiedsrichter: Dominik Fass und Florian Güßregen (TSV Altenfurt)

Zuschauer: 200 (geschätzt)