TSV 2000 - Lohr

Bittere Niederlage im Abstiegsduell

Mit 24:25 (8:12) verloren die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Auswärtsspiel beim ebenfalls abstiegsbedrohten TSV Lohr am Main. In einer schwachen Partie, in der beide Mannschaften kaum Bayernliganiveau erreichten, versäumten es die Tauberstädter, gegen einen direkten Konkurrenten wichtige Punkte zu sammeln.

Fast ein Jahr hat der TSV Lohr in der Bayernliga kein Heimspiel mehr gewonnen, der letzte Erfolg datiert aus dem Januar 2018 und in der laufenden Saison konnte die Mannschaft des neuen Trainers Mirko Pesic bislang nur bei den beiden Aufsteigern Eichenauer SV und HSG Würm-Mitte gewinnen. Die Rothenburger hatten vor der Partie zwar auch erst vier Siege verzeichnen können, der Druck des Gewinnen müssens lastete aber eindeutig auf den Gastgebern vom Main. In der Anfangsphase agierten die Gäste dann aber seltsam gehemmt. Im Angriff fehlte jegliche Bewegung, immer wieder rannten sich die Mannen von Trainer Csaba Szücs in der Lohrer Deckungsreihe fest. Die Hausherren, die auch keine Wunderdinge vollbrachten, nutzten dies zur 5:1-Führung (11. Minute) und zwangen Szücs schon früh, seine Team-Auszeit zu nehmen. In der folgenden Viertelstunde konnten seine Schützlinge den Rückstand zwar auf zwei Tore verkürzen (10:8, 26. Minute), viel zu häufig luden sie die Verantwortung des Torschusses aber auf die Schultern von Ivan Skaramuca. Insgesamt war Skaramuca mit 10 Toren zwar der erfolgreichste Torschütze des Abends, da er immer wieder aber auch aus wenig erfolgversprechenden Situationen abschließen musste, kam er auch auf nahezu die gleiche Anzahl von Fehlversuchen. Bis zur Pause erhöhten die Mainfranken dann durch ihre beiden besten Torschützen Bohuslav Zeleny und Jannik Schmitt auf die aus ihrer Sicht beruhigende 12:8-Pausenführung.

Im zweiten Durchgang konnten die Tauberstädter dann zunächst auf zwei Tore verkürzen, Maxi Schmidt traf in der 38. Minute zum 15:13, näher konnten sie den Gastgebern aber nicht mehr kommen. Im Gegenteil, zehn Minuten später war der Vorsprung der Lohrer auf fünf Tore angewachsen, Zeleny traf per Siebenmeter-Strafwurf zum 23:18. Dann aber kam ein Bruch ins Spiel der Hausherren, von den Rothenburgern, die sich nie aufgaben und sich kämpferisch gegen die Niederlage stemmten unter Druck gesetzt, leisteten sie sich viele Fehlpässe, die die Gäste zu einfachen Toren nutzen konnten. Der Rückstand der Tauberstädter betrug dadurch vier Minuten vor Spielende nur noch ein Tor (24:23), wodurch die Szücs-Schützlinge wieder in Schlagdistanz waren. Kurz darauf handelte sich Maxi Schmidt eine Zweiminutenstrafe ein, den fälligen Siebenmeter verwandelte Zeleny mit seinem achten Treffer zum 25:23 (57.). Da Nedim Jasarevic trotz Unterzahl auf 25:24 verkürzen konnte, war dieser Treffer aber immer noch nicht die Entscheidung. In der Schlussminute verpuffte dann der nächste Angriff der Lohrer und Rothenburg kam wieder in Ballbesitz. Thomas Krauter kam auf Rechtsaußen zum Abschluss, scheiterte aber an Sven Hartig im Lohrer Gehäuse. Die Hausherren schenkten wenige Sekunden vor Abpfiff den Ballbesitz zwar erneut her, und die Tauberstädter bekamen noch einen Freiwurf zugesprochen. Da die Zeit aber bereits abgelaufen war, musste es Ivan Skaramuca direkt versuchen, sein Wurf landete aber einige Zentimeter über dem Lohrer Tor im Fangnetz und die Niederlage der Rothenburger stand fest.

Die schlechte Angriffsleistung der ersten 12 Minuten rächte sich aus Sicht der Szücs-Schützlinge bitter. Diesem Rückstand liefen sie über die gesamte restliche Spieldauer hinterher. Insgesamt war wieder einmal die Fehlerquote viel zu hoch um etwas Zählbares aus Lohr mitzunehmen. „Leider haben wir die Anfangsphase komplett verschlafen und mit über 20 Fehlwürfen und mehr als 10 Fehlpässen und technischen Fehlern kann man in der Bayernliga kein Spiel gewinnen, egal wie der Gegner heißt“ zeigte sich der Rothenburger Abteilungsleiter Norbert Fink nach Spielende enttäuscht. „Wir werden die bevorstehende Pause nutzen, um uns gut auf die Rückrunde vorzubereiten und die Grundlagen schaffen für hoffentlich mindestens ein weiteres Jahr Bayernliga“ so Fink weiter. Aufgrund der Heim-WM startet die Rückrunde erst am 26. Januar 2019, dann geht es für die Rothenburger zunächst nach Landshut, eine Woche später treten sie in Bayreuth an.

Rothenburg: Pawlak (1.-45.), Sand (45.-60.) (Tor); Schemm (5), Kulas, Gluhak, Ehrlinger (1), Schmidt (1), Kister, Skaramuca (10/2), Winheim (1), Jasarevic (5), Stojanov (1), Krauter

Lohr: Szabo, Hartig (Tor); Zeleny (8/4), Scheiner, Seltsam (4), F. Schmitt (3), Röder (1), Gremzde, J.Schmitt (5), Born, Horn, Gehl, Zehnter (2), Horky (2)

Spielverlauf: 1:0, 1:1, 5:1, 7:4, 10:8, 12:8 (HZ); 13:8, 15:11, 15:13, 20:16, 23:18, 24:23, 25:23, 25:24

Siebenmeter: Rothenburg 2 (Skaramuca trifft beide)

Lohr 5 (Zeleny trifft 4, J. Schmitt verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Schmidt 3, Gluhak 1)

Lohr 4 (Gehl und Horky je 2)

Schiedsrichter: Dominik Fass und Florian Güßregen (TSV Altenfurt)

Zuschauer: 180