Völlig von der Rolle

Eine ganz schwache Leistung lieferten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg bei der 21:29 (13:16) Heimniederlage gegen HT München ab. Gegen die zuvor punktgleichen Münchener, die alles andere als eine Übermannschaft sind, verpassten es die Tauberstädter, den sehr guten Saisonstart perfekt zu machen.

Die Szücs-Schützlinge, bei denen Nikola Stojanov aufgrund seiner in Waldbüttelbrunn erlittenen Verletzung nicht eingesetzt werden konnte, schafften es nur einmal während der gesamten Spielzeit in Führung zu gehen. Nur beim 3:2 durch Phillip Schemm lagen die Tauberstädter in Front. Ansonsten führte der Gast aus dem Münchener Süden, der letzte Ausgleich gelang den Rothenburgern in der neunten Minute, als Ivan Skaramuca per Siebenmeter-Strafwurf das 4:4 erzielen konnte. Ab diesem Zeitpunkt liefen die Hausherren ständig einem Rückstand hinterher. Die Gründe waren wieder einmal eine nicht sattelfeste Deckungsreihe und zu viele Fehler im Angriffsspiel, in dem sich Fehlwürfe und haarsträubende Abspielfehler häuften. Über 6:8 und 9:12 kamen die Gäste so zu ihrer 13:16 Halbzeitführung.

In den vergangenen Spielen konnte Trainer Csaba Szücs seine Schützlinge mit seiner Halbzeitansprache noch auf die richtige Linie bringen, dieses Mal gelang ihm dies nicht. Im Gegenteil, in den ersten 11 Minuten nach der Pause baute HT München seine Führung auf 15:20 aus. Bei den Tauberstädtern verkam das Angriffspiel nun zu einem unsäglichen Gewürge. Dies ist umso unverständlicher, da man im letzten Heimspiel gegen HaSpo Bayreuth, die eine ähnlich offensive und körperbetonte Abwehr spielt, noch das richtige Angriffskonzept verfolgte. DieLaufbereitschaft und Kreativität aus dem Bayreuth-Spiel fehlte den Hausherren am Samstagabend aber komplett. Immer wieder versuchte man es mit 1:1-Aktionen, womit man die robuste Deckungsreihe der Münchener vor keine Probleme stellte. Da die Gäste auch nur recht biedere Handball-Hausmannskost anboten, konnten sie sich zunächst nicht weiter absetzen, die Hausherren verkürzten den Rückstand sogar noch einmal auf drei Tore (19:22, 48. Minute.) Die Entscheidung fiel dann bis zur 57. Spielminute, als den Hausherren neun Minuten lang kein Treffer gelang und sich die Gäste mit vier Toren in Folge auf 19:26 absetzen konnten. Andreas Kulas und Phillip Schemm konnten mit ihren Toren zunächst noch auf 21:26 verkürzen, durch drei Tore in den letzten beiden Spielminuten kamen die Gäste dann aber zum deutlichen 21:29 Auswärtserfolg.

„Manchmal gibt es leider rabenschwarze Tage, heute war einer davon“ zeigte sich der Rothenburger Trainer Csaba Szücs nach dem Spiel enttäuscht. „Das war heute ein Totalausfall auf ganzer Linie. Wir hätten wohl noch stundenlang spielen können, gewonnen hätten wir heute nicht“ so Szücs weiter. Die Tauberstädter verpassten es damit, sich vor den beiden schweren Spielen in Friedberg und gegen die DJK Rimpar II ein Punktepolster zuzulegen. Mit einem Sieg gegen einen Gegner der für die Szücs-Schützlinge absolut schlagbar ist, hätte man sehr viel entspannter diesen beiden Aufgaben entgegenblicken können. Alles Lamentieren hilft aber nichts, nun gilt es die Niederlage aufzuarbeiten, nach vorne zu blicken und mit guten Leistungen den Blackout gegen HT München vergessen zu machen.

Rothenburg: Sand (1.-30.), Amann (31.-60.) (Tor); Schemm (4), Wurst (1), Kulas (1/1), Gluhak, Ehrlinger (1), Schmidt, Kister, Skaramuca (6/1), Winheim (1), Jasarevic (3/2), Krauter (4)

München: Braun, Kunstwadl (Tor); Neumann (3), Wagner, Behm (1), Elmer (1), Borschel (8), Hermann (1), Dauhrer, Newel (3), Wöss (7/4), Kottmeir (3), Kropp (2)

Spielverlauf: 0:1, 3:2, 4:4, 5:7, 8:11, 13:16 (HZ); 15:17, 15:20, 17:21, 19:26, 21:29

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Ehrlinger und Schmidt je 1)

München 7 (Dauhrer und Kottmeir je 2; Neumann, Behm, und Kropp je 1)

Siebenmeter: Rothenburg 6 (Jasarevic trifft 2, verwirft 1, Skaramuca trifft 1, verwirft 1, Kulas trifft 1)

München 4 (Wöss trifft alle)

Schiedsrichter: Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SG Garitz/Nüdlingen)

Zuschauer: 300