TSV 2000 - HaSpo Bayreuth

Erfolgsrezept Mannschaftsgeist und Einsatz

Mit 24:20 (8:10) gewannen die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen den favorisierten Handallsportverein (HaSpo) Bayreuth und sammelten die Punkte drei und vier der jungen Saison. Wieder einmal war der überragende Mannschaftsgeist der Tauberstädter Grundlage zum Erfolg, der den idealen Saisonstart mit zwei Siegen aus zwei Spielen bedeutet.

Dass bei den Rothenburgern die Mannschaft der Star ist, zeigen sie schon seit zwei Jahren, gegen Bayreuth bestätigten sie dies einmal mehr. Die Hausherren präsentierten sich zum Spielbeginn hellwach und gingen durch Tore von Ivan Skaramuca und Andreas Kister schnell mit 2:0 in Führung. Die von Trainer Szücs vorgegebene Marschroute gegen die extrem offensive Deckungsreihe der Gäste führte schon gleich zum Erfolg. Bayreuth zeigte sich aber keinesfalls beeindruckt und konnte durch Tore von Tim Herrmannsdörfer und Paul Saborowski wieder zum 2:2 ausgleichen (4. Spielminute). Saborowski war es auch, der die Gäste mit dem 4:3 in der 11. Minute erstmals in Führung brachte. Nach dem Ausgleich durch Phillip Schemm gelangen den Gästen drei Tore in Folge zur 7:4-Führung. In dieser Phase deutete sich an, was sich im Rest der ersten Halbzeit fortsetzen sollte: Die Hausherren gingen fahrlässig mit der Verwertung von Großchancen um und in der Deckung taten sich nun einige Lücken auf. So kam es, dass die Tauberstädter ständig einem Rückstand von zwei bis drei Toren hinterherlaufen mussten. Nicht wenige der 300 Zuschauer in der wieder einmal gut gefüllten Rothenburger Bleiche-Sporthalle dachten nun, dass die Szücs-Schützlinge den Ausfall von Nedim Jasarevic (gesperrt) und die vielen angeschlagenen Spieler wohl doch nicht würden kompensieren können. Mit dem Spielstand von 8:10 ging es dann in die Pause.

Wie schon vor Wochenfrist gegen Landshut musste Trainer Szücs bei seiner Pausenansprache erneut die richtigen Worte gefunden haben. Zu Beginn der zweiten Hälfte präsentierte sich seine Mannschaft sowohl in Angriff als auch in der Deckung deutlich konzentrierter. In den ersten zehn Minuten von Durchgang zwei drehten die Hausherren den Rückstand in eine 16:12-Führung. Die Abwehr gewann Bälle oder unterstützte den guten Andreas Amann im Tor, so dass die Rothenburger nun endlich auch zu ihrem erfolgreichen Konterspiel kamen, wobei die sich bietenden Chancen auch konsequent genutzt wurden. Eine Vorentscheidung bedeutete die Viertore-Führung der Gastgeber aber noch nicht. Durch Tore von Stefan Wopperer (2) und Paul Saborowski konnten die Wagnerstädter in der 43. Minute auf 16:15 verkürzen. Kurz nach dem 17:15 durch Andreas Kister mussten die Tauberstädter dann den nächsten Nackenschlag verkraften. Nach einem Zusammenprall mit einem gegnerischen Spieler schied Ivan Skaramuca mit einer klaffenden Platzwunde und gebrochenem Nasenbein aus. Bis sich die Szücs-Schützlinge hierauf einstellen konnten, hatten die Gäste zum 17:17 ausgeglichen. Nikola Stojanov brachte seine Farben dann mit 18:17 in Führung, aber auch diese konnte Stefan Wopperer für Bayreuth per Siebenmeter ausgleichen (48.). Die folgenden acht Spielminuten sollten dann die Entscheidung bringen. Die Rothenburger zeigten, dass der überragende Mannschaftsgeist mit in die neue Saison genommen werden konnte. Resultat waren vier Tore in Folge durch Nikola Stojanov und Andreas Kister (je 2), die für die 22:18-Führung der Hausherren sorgten. Der beste Bayreuther Torschütze Stefan Wopperer konnte auf 22:19 verkürzen, Maxi Schmidt und Max Pfaffelhuber mit seinem ersten Bayernligatreffer machten dann den Sack endgültig zu. Das Tor zum Endstand von 24:20 durch Yannik Meyer-Siebert 20 Sekunden vor Spielende hatte dann nur noch kosmetischen Wert und ging im frenetischen Jubel der Rothenburger Anhänger fast schon unter.

„Es war beeindruckend, wie meine Jungs die vielen Rückschläge weggesteckt haben. Ohne Nedim (Jasarevic) und in der Schlussphase auch ohne Ivan (Skaramuca) Bayreuth zu schlagen, verdient ein großes Lob“ zeigte sich Trainer Csaba Szücs stolz auf seine Mannschaft. „Vielen Dank auch an unsere medizinische Abteilung. Nur durch deren großartige Arbeit konnte ich heute überhaupt eine konkurrenzfähige Mannschaft aufbieten“ so der Rothenburger Trainer weiter. Das nächste Punktspiel führt die Tauberstädter am 3. Oktober zur ebenfalls ungeschlagenen DJK Waldbüttelbrunn. Dort werden die Trauben vermutlich hoch hängen, zeigen sich die Tauberstädter von der Personalsituation weiterhin so unbeeindruckt, ist vielleicht eine Überraschung möglich.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Sand (bei einem Siebenmeter) (Tor); Schemm (6), Wurst (1), Kulas, Gluhak, Pfaffelhuber (1/1), Ehrlinger (1), Schmidt (2), Kister (4), Skaramuca (3/3), Winheim, Stojanov (3), Krauter (3)

Bayreuth: Tornow, Hennig (Tor); Schalk, Nicola (2), Baldauf, Herrmannsdörfer (5), Berghammer, Saborowski (3), Elschner (1), Meyer-Siebert (1), Wopperer (8/5), Goeritz, Klenk

Spielverlauf: 2:0, 4:4, 4:7, 7:10, 8:10 (HZ); 11:11, 16:12, 16:16, 18:18, 22:18, 24:19, 24:20

Siebenmeter: Rothenburg 4 (Skaramuca trifft 3; Pfaffelhuber trifft 1)

Bayreuth 6 (Wopperer trifft 5; Meyer-Siebert verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Schmidt 2; Krauter 1)

Bayreuth 5 (Berghammer, Elschner, Meyer-Siebert, Goeritz und Klenk je 1)

Schiedsrichter: Dominik Fass und Florian Güßregen (TV Altenfurt)

Zuschauer: 300