Trendwende geglückt

Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen konnten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg endlich wieder einen Sieg feiern. Gegen den Eichenauer SV gelang den Tauberstädtern ein 32:30 (13:12) Heimerfolg, mit dem sie an den Gästen vorbeizogen und den Kontakt zum Tabellenmittelfeld halten konnten. Überschattet wurde der Erfolg von der schweren Verletzung von Patrick Wurst, dem eine lange Zwangspause droht.

Erstmals nach mehrwöchiger Verletzungspause konnte Andreas Kister wieder mitwirken, der aufgrund des Ausfalls von David Winheim auch gleich auf der Spielmacherposition begann und mit dem 1:1 für das erste Tor der Hausherren sorgte. In den ersten Minuten konnten die Gäste immer wieder in Führung gehen, welche die Rothenburger aber jeweils ausgleichen konnten. Schon hier war den Szücs-Schützlingen anzumerken, dass die Niederlagenserie der letzten Wochen für gehöriges Nervenflattern und Händezittern gesorgt hat. Dies sollte sich durch die komplette Partie ziehen. Nach dem 3:3 durch Tim Ehrlinger in der siebten Spielminute gelangen den Tauberstädtern durch Gabriel Gluhak (2), Ivan Skaramuca, der sich mit insgesamt elf Toren stark verbessert präsentierte und Phillip Schemm vier weitere Tore, die bei einem Gegentreffer zur erstmaligen Dreitoreführung führten (7:4, 11. Minute). Dieser Vorsprung hatte auch drei Minuten später noch Bestand, als Nedim Jasarevic zum 9:6 traf. In der Folgezeit verpassten es die Hausherren für eine frühe Vorentscheidung zu sorgen, blieben sie doch für fast sechs Minuten ohne Tor. Da auch der Gegner nur biedere Handballhausmannskost anbieten konnte blieb es zunächst bei der Dreitoreführung, für die beim 10:7 wieder Ivan Skaramuca verantwortlich zeichnete (20.). Bis zur Halbzeitpause war diese Führung aber fast wieder verspielt, nach der 13:10-Führung (26. Minute) ließen die Hausherren bis zum Ende der ersten Hälfte noch zwei Tore zu, ohne selbst erfolgreich zu sein. So wurden beim Stand von13:12 für Rothenburg die Seiten gewechselt.

Im zweiten Durchgang dauerte es knapp acht Minuten ehe der alte Dreitorevorsprung wieder hergestellt war. Thomas Krauter war es, der zum 18:15 für die Hausherren traf. Weitere acht Minuten später war der Vorsprung dann auf fünf Tore angewachsen, Torschütze zum 25:20 war Nikola Stojanov. Sicherheit verlieh den Tauberstädtern diese Führung aber immer noch nicht. Plötzlich zitterten wieder die Hände, so dass die Gäste auf 26:23 verkürzen konnten. Im Gegenzug ereignete sich dann die Verletzung von Patrick Wurst, der am gegnerischen Wurfkreis gefoult wurde und unglücklich mit dem Ellenbogen auf den Hallenboden aufschlug. Noch steht die endgültige Diagnose aus, dem ersten Anschein nach, muss aber eine lange Zwangspause befürchtet werden. Den fälligen Siebenmeter-Strafwurf verwandelte im Anschluss Ivan Skaramuca zur 27:23-Führung der Hausherren. Da den Gästen im nächsten Angriff kein Torerfolg gelang, erhöhte Andreas Kulas direkt im Anschluss auf 28:23 (50. Minute). In der Schlussphase konnten die Gäste nicht mehr entscheidend verkürzen, näher als bis auf zwei Tore kamen Sie den Gastgebern nicht. Den Sack endgültig zu machte Nedim Jasarevic, dem in der Schlussminute der Treffer zum entscheidenden 32:29 gelang. Der letzte Treffer der Partie, den der Eichenauer Patrick Winkler zum 32:30-Endstand erzielte, war dann nur noch Ergebniskosmetik, wodurch das Ergebnis enger erscheint, als es tatsächlich war.

Dass aufgrund der Tabellensituation kein schönes Spiel zu erwarten war, war im Vorfeld der Partie klar. Für die Tauberstädter zählen auch einzig und allein die beiden gewonnenen Punkte, mit denen der Abwärtstrend der letzten Wochen gestoppt werden konnte. Schönheitspreise werden im Handball sowieso keine verteilt. Verdient war der Sieg aber auf jeden Fall, lagen die Szücs-Schützlinge doch, bis auf die Anfangsminuten, über die gesamte Spieldauer in Führung. Erwähnenswert ist noch die gute Leistung der beiden Unparteiischen Rainer Böhme und Frank Sand, die sich von der Nervosität und phasenweisen Hektik nicht anstecken ließen und ruhig und besonnen ihre Linie durchgehalten haben. Auch das Rothenburger Publikum verdient erwähnt zu werden, ungeachtet der Niederlagenserie der letzten Wochen bevölkerten rund 400 Zuschauer die Rothenburger Mehrzweckhalle, die für Stimmung sorgten und die Mannschaft hervorragend unterstützten.

Nach dem spielfreien Wochenende steht für die Rothenburger als nächstes die Partie beim verlustpunktfreien Primus HSC Bad Neustadt an. Wenn man so will, die einfachste Aufgabe des Jahres, haben die Tauberstädter dort doch nichts zu verlieren und ein Erfolg käme einer Sensation gleich.

Rothenburg: Pawlak (1.-20.), Sand (20.-60.) (Tor); Schemm (1), Wurst (1), Kulas (1), Gluhak (2), Pfaffelhuber, Ehrlinger (4), Schmidt, Kister (3), Skaramuca (11/4), Jasarevic (4), Stojanov (2), Krauter (3)

Eichenau: Trapp, Staudt (Tor); Lieb (4), Richter, C. Riemschneider (7/3), Winkler (3), Steinherr (1), Nowotny, Zerbes (3), Burtscher, Ortmeier (3), Bauer (2), M. Riemschneider (7)

Spielverlauf: 0:1, 3:3, 7:4, 10:7, 13:10, 13:12 (HZ); 14:12, 16:14, 20:17, 23:19, 25:20, 28:23, 31:28, 32:30

Siebenmeter: Rothenburg 4 (Skaramuca trifft alle)

Eichenau 3 (C. Riemschneider trifft alle)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Kulas, Kister und Skaramuca je 1)

Eichenau 2 (Beide gegen M. Riemschneider)

Schiedsrichter: Rainer Böhme und Frank Sand (Waltenhofen/Lauingen)

Zuschauer: 400