Heimstärke dahin

Mit 23:24 (10:13) verloren die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen die Bundesligareserve der SG DJK Rimpar. Gegen ersatzgeschwächte Unterfranken präsentierten sich die Tauberstädter wie schon im letzten Heimspiel weit entfernt von ihrer Bestform. Die Heimstärke, der vergangenen Saison, die auch zu Saisonbeginn noch vorhanden war, scheint verflogen.

Vor Spielbeginn dachten nicht wenige der gut 300 Zuschauer in der Rothenburger Bleiche-Sporthalle, dass die Szücs-Schützlinge am Samstagabend gute Chancen haben könnten, gegen die hervorragend in die Saison gestarteten Rimparer einen Sieg zu erreichen. Grund für den Optimismus der Rothenburger Anhänger war, dass die Gäste mit nur acht Feldspielern und zwei Torhütern angereist waren, während auf der anderen Seite des Spielfeldes die Hausherren in voller Besetzung ihr Aufwärmprogramm absolvierten. Möglicherweise gingen solche Gedankenspiele auch durch die Köpfe der Rothenburger Spieler, die aber sehr schnell eines Besseren belehrt werden sollten. Nur in den ersten fünf Spielminuten konnten die Gastgeber mithalten, danach setzten sich die Gäste von 3:3 auf 4:7 (10. Minute) ab. Angetrieben von ihrem besten Torschützen Felix Karle, den die Rothenburger erst in der zweiten Hälfte mir einer kurzen Manndeckung in den Griff bekamen, zeigten die Gäste ein variables und schnelles Angriffsspiel. Da sie auch eine starke Abwehrleistung boten, hinter der mit Markus Leikauf ein guter Torhüter stand, blieben sie im weiteren Verlauf der ersten Hälfte ständig mit zwei bis drei Toren in Führung. Die Tauberstädter dagegen zeigten erneut Schwächen in der Deckung, leisteten sich viele Fehlpässe und schlossen viele Angriffe viel zu überhastet mit unplatzierten Würfen ab. So ging es beim Spielstand von 10:13 in die Pause.

Das Bild der ersten dreißig Spielminuten setzte sich zu Beginn der zweiten Spielhälfte zunächst unverändert fort. Bis zur 42. Minute konnten die Szücs-Schützlinge den Rückstand nicht verkürzen. In den folgenden fünf Spielminuten gelangen ihnen dann aber durch Nedim Jasarevic, Nikola Stojanov und David Winheim drei Tore in Folge zum 17:17-Ausgleich. Es hatte den Anschein, dass die Gäste ihrer dünnen Personaldecke Tribut zollen sollten und die Hausherren die Partie doch noch würden drehen können. Dieser Eindruck war aber nur von kurzer Dauer. Mit ebenfalls drei Toren am Stück ging Rimpar direkt im Anschluss wieder mit 20:17 in Führung (53. Minute). Dieser Vorsprung hielt dann auch bis zur Schlussminute (21:24), Ivan Skaramuca und Nedim Jasarevic konnten in den letzten Sekunden nur noch zum Endstand von 23:24 verkürzen.

Unter dem Strich kamen die Gäste zu einem knappen aber völlig verdienten Auswärtserfolg. „Wenn man so viele Fehler macht wie wir und zusätzlich noch so viele Chancen vergibt, dann kann man in der Bayernliga keine Spiele gewinnen“ zeigte sich der Rothenburger Abteilungsleiter Norbert Fink nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. „Für die Leistung in den letzten beiden Heimspielen fehlt mir jegliches Verständnis. Da werden wir im Verlauf der nächsten Woche drüber reden müssen“ so Fink weiter. Positiv zu erwähnen ist noch der Einstand des neuen Torhüters Bartek Pawlak, der nach seiner Einwechslung sofort voll da war und großen Anteil hatte, dass die Rothenburger wieder zurück ins Spiel kamen. Am kommenden Samstag geht es für die Tauberstädter zum starken Aufsteiger nach Regensburg, der am Samstagabend in Lohr zu einem deutlichen Auswärtserfolg gekommen ist. Dort muss sich die Mannschaft von Trainer Szücs deutlich verbessert zeigen,um erfolgreich zu sein. Auch die zuletzt gezeigten Schwächen in den Heimspielen müssen abgestellt werden, sonst brechen schwere Zeiten für die Rothenburger an.

Rothenburg: Sand (1.-15.), Pawlak (15.-60.) (Tor); Schemm (4), Wurst (3), Gluhak, Pfaffelhuber, Ehrlinger (1), Schmidt (1), Kister, Skaramuca (5/1), Winheim (3/2), Jasarevic (3), Stojanov (2), Krauter (1)

Rimpar: Leikauf, Hruschka (Tor); Fischer (2), Hofmann (2), Keidel (2), Karle (10/2), Wirth (4), Weinhardt (2/1), Noack (2), Huber

Spielverlauf: 0:1, 2:1, 3:2, 4:7, 6:9, 8:11, 9:13, 10:13 (HZ); 13:15, 14:17, 17:17, 17:20, 20:23, 23:24

Siebenmeter: Rothenburg 4 (Winheim trifft 2, verwirft 1; Skaramuca trifft 1)

Rimpar 4 (Karle trifft 2, verwirft 1; Weinhardt trifft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 3 (Ehrlinger, Jasarevic und Stojanov je 1)

Rimpar 3 (Keidel 2 und Fischer 1)

Schiedsrichter: Yannick Berghammer und Stefan Kalina (Bayreuth)

Zuschauer: 300