Niederlage trotz Aufwärtstrend

Mit einer unglücklichen 35:32 (17:15) Niederlage im Gepäck mussten die Landesligahandballer des TSV 2000 Rothenburg am späten Samstagabend die Heimreise vom Auswärtsspiel beim HC Erlangen III antreten. Die Tauberstädter zeigten eine gute Leistung, brachten sich aber mit einer insbesondere in der ersten Hälfte schwachen Defensivreihe um den Lohn für ihre gute Angriffsleistung.

Die Becker-Schützlinge, die bis auf den Langzeitverletzten Gabriel Gluhak in Bestbesetzung angetreten waren, sahen sich einer Erlanger Mannschaft gegenüber, die mit der Truppe, die in der Hinrunde die Punkte aus Rothenburg entführen konnte, wenig gemein hatte. Nicht weniger als fünf Spieler aus dem aktuellen Drittligakader des HC Erlangen bot Trainer Florian Schindler gegen die Tauberstädter auf. So war es auch nicht verwunderlich, dass die ersten fünf Treffer der Hausherren, allesamt von Spielern erzielt wurden, deren sportliche Heimat eigentlich zwei Klassen höher angesiedelt ist. Die Gäste von der Tauber offenbarten hier schon Schwächen in der Abwehr, konnten aufgrund einer guten Angriffsleistung aber die Partie offenhalten. Erlangen legte zwar immer vor, absetzen konnten sich die Hugenottenstädter aber nicht. Nach der Anfangsviertelstunde brach dann die stärkste Phase der Rothenburger an. Nach der 8:7-Führung der Erlanger gelangen Thomas Krauter und David Winheim (2) drei Tore am Stück, die die Gäste erstmals mit zwei Toren in Führung brachten (8:10, 19. Minute). Nach einem Gegentor des besten Erlanger Torschützen, Andreas Birner bauten Thomas Krauter und Anton Ehrlinger die Führung der Becker-Truppe sogar auf drei Tore aus (9:12, 22.). Halten konnten die Rothenburger ihre Führung dann aber nicht, drei Tore der Gastgeber führten zum Ausgleich von 12:12. Nun ging es mit ständig wechselnden Führungen bis kurz vor Ende der ersten Hälfte weiter. Zwei Ballverluste der Tauberstädter führten dann zu schnellen Gegenstößen der Erlanger, die Patrik Längst zu den Toren zum 16:15 und 17:15 nutzen konnte. Mit diesem Spielstand wurden dann auch die Seiten gewechselt. Direkt nach Wiederanpfiff waren die Gastgeber wieder hellwach und bauten innerhalb von drei Minuten die Führung auf fünf Tore aus (20:15, 34.). Nachdem die Gäste aus dem kurzen Tiefschlaf erwacht waren, arbeiteten sie sich Schritt für Schritt wieder heran und konnten in der 44. Minute durch Nedim Jasarevic zum 23:23 ausgleichen. Kurz zuvor konnte Luca Sand, der nach der Pause für Arnold Kiss gekommen war und eine sehr gute Leistung zeigte, gegen Andreas Birner einen Siebenmeter-Strafwurf parieren. Zwischen der 45. und der 50. Spielminute konnten die Erlanger ihren Vorsprung dann auf vier Tore ausbauen. In dieser Phase verhängten die nicht immer sattelfesten Schiedsrichter Stefan Kupfer und Alexander Maaßen (SG Süd/Blumenau) zunächst gegen Paul Koppler und dann gegen Andreas Kulas zwei mehr als fragwürdige Zeitstrafen. Erlangen nutzte die Überzahl um von 24:24 auf 28:24 davonzuziehen. Drei dieser vier Tore erzielte Rechtsaußen Jonas Poser, der auch zum Erlanger Drittligakader zählt. Trainer Becker nahm daraufhin eine Auszeit, um den Schwung der Gastgeber zu bremsen und sein Team auf die restliche Spielzeit einzustellen. Anton Ehrlinger hatte anscheinend seinem Trainer gut zugehört, gelangen ihm doch gleich darauf zwei Tore zum 28:26. Im direkten Anschluss gelangen Andreas Birner für Erlangen drei Tore in Serie zum 31:26, die endgültige Entscheidung sollte aber auch das noch nicht sein. Trainer Becker stellte seine Abwehr nun erneut um und sorgte mit einer offenen Manndeckung für einige Verwirrung bei den Hausherren. Die Gäste konnten einige Ballgewinne aufgrund von guten Paraden von Torhüter Luca Sand und technischen Fehlern der Erlanger verzeichnen. Nikola Stojanov (2) und Tim Ehrlinger nutzten diese Ballgewinne und verkürzten auf 31:29 (57.). Näher als bis auf zwei Tore kamen die Rothenburger dann aber nicht mehr, Erlangen brachte den Vorsprung routiniert über die Zeit. Der letzte Treffer des Spiels, erzielt von Anton Ehrlinger, der mit seinem sechsten Tor zum erfolgreichsten Torschützen avancierte, war dann nur noch Ergebniskosmetik. Beim Stand von 35:22 stand der Erlanger Heimsieg fest.

„Auch wenn es sich komisch anhört, aber trotz der erneuten Niederlage, war das Spiel in Erlangen ein Schritt nach vorne“ war Trainer Bernd Becker nach Spielschluss trotz der Niederlage nicht gänzlich unzufrieden mit der Leistung seiner Jungs. „Erlangen III ist mit dieser Besetzung ganz sicher eine Spitzenmannschaft der Landesliga, gegen die uns heute nicht viel gefehlt hat“ so Becker weiter. Am kommenden Samstag empfangen die Rothenburger den TSV Mainburg, dem am Samstagabend gegen den Spitzenreiter ASV Cham ein 37:20-Kantersieg gelungen ist.

Rothenburg: Kiss (1.-30.), Sand (31.-60.) (Tor); Schemm, Wurst (1), Kulas (1), Tim Ehrlinger (4), Schmidt (1), Koppler (1), Anton Ehrlinger (6), Winheim (5), Jasarevic (4/1), Stojanov (4), Krauter (2), Skaramuca (3)

Erlangen: Rein, Winicki (Tor); Maidl, Poser (3), Bauder, Sauter, Längst (8), Kühle (1), Wegmann, Hartmann (2), Werzinger (1), Duvancic (6), Birner (10/3), von Alvensleben (4)

Spielverlauf: 1:0, 4:2, 8:8, 9:12, 12:12, 15:15, 17:15 (HZ); 20:15, 23:20, 23:23, 28:24, 31:26, 33:31, 35:32

Siebenmeter:
Rothenburg 2 (Jasarevic trifft und verwirft je 1)
Erlangen 4 (Birner trifft 3, verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Kulas 2; Schmidt, Koppler und Winheim je 1)
Erlangen 4 (Kühle 2; Ducancic und Birner je 1)

Schiedsrichter: Stefan Kupfer und Alexander Maaßen (SG Süd/Blumenau)

Zuschauer: 74